Eiskristalle an einer Rosenblüte: Den Pflanzen droht der Frosttod. Foto: imago

Seit vier Tagen befinden wir uns im kalendarischen Frühling, die Sonne scheint aus vollen Rohren. Aber im Osten wurde nun sozusagen die kälteste Nacht des Winters gemessen - denn in Sachen Temperaturen startet die kalte Jahreszeit verspätet noch einmal durch. Zweistellige Bodenfrostwerte, und auch die Luft war in Berlin am Dienstagmorgen minus fünf Grad kalt. Auch für die kommenden beiden Nächte erwarten die Meteorologen strengen Bodenfrost bis minus elf Grad.

In die gegenteilige Richtung bewegen sich die Höchstwerte: Am Mittwoch können wir in der Region stellenweise schon auf zehn Grad hoffen, bis Freitag werden die Werte nochmals auf bis zu 15 Grad ansteigen. Und auch der Samstag verspricht noch mild und heiter zu bleiben.

Ab Montag rauscht neue Kälte nach Deutschland,  diesmal direkt vom Nordpol.“

Dominik Jung, Diplom-Meteorologe

Doch wir sollten uns nicht zu früh freuen, warnt Wetterexperte Dominik Jung von wetter.net. „Ab Montag rauscht neue Kälte nach Deutschland,  diesmal direkt vom Nordpol.“ Jung bringt den Begriff „Arctic Outbreak“ ins Spiel und erklärt: „Kalte Luftmassen bewegen sich direkt vom Nordpol bis zu uns nach Europa.“ Allerdings, wendet der Diplom-Meteorologe ein, richtiges Winterwetter werde uns das nicht bescheren. Dafür scheint die Sonne jetzt zum Ende März einfach zu stark.

Corona-Virus heftet sich Feinstaubpartikel, doch die Luft ist rein

Dennoch sollten wir uns von den nun Tag für Tag wärmeren Höchstwerten bis zum Wochenende nicht einlullen lassen: Uns steht ab Montag die nächste Kälteklatsche ins Haus. Auch weiterer Frost ist möglich. Im Norden rechnet Jung sogar mit Schneeflocken. Wer sich also für die kommenden Tage vorgenommen hat, den Balkon zu bepflanzen, sollte diese Pläne noch einmal überdenken: Denn den jungen Pflanzen droht der jähe Frosttod!

Wetterexperte Jung kann dieser Wetterlage angesichts der sich verschärfenden Corona-Krise aber etwas Positives abgewinnen. Italienische Wissenschaftler hätten nämlich herausgefunden, dass sich das Virus auch gerne an Feinstaubpartikel anlagert und darüber ausbreitet. „Das tut es besonders gerne, wenn die Luft feucht ist und beides ist genau aktuell nicht gegeben!“

Vielmehr sei die Luft derzeit sehr sauber und klar, und zwar in erster Linie nicht deshalb, weil wir uns kaum noch aus dem Haus hinaus bewegen dürfen. „Die Luft kommt aus den Weiten Russlands und ist daher sauberer als unsere Luftmassen hier vor Ort“, erklärt Jung. Weil die Luft auch nicht feucht, sondern sehr trocken sei, werde die Ausbreitung des Virus über Feinstaubpartikel stark eingeschränkt. Das ist doch mal in diesen ungewöhnlichen Zeiten eine gute Nachricht!