Es geht wieder los! Jeannine Kessler (34) und  Sebastian Frank (38) in ihrem Restaurant  am Paul-Lincke-Ufer Foto: Jörg Wächter

Ein konkretes Datum zur Öffnung der Restaurants und Cafés schien lange utopisch. Ab Freitag dürfen die Gastronomen nun wieder ihre Gäste begrüßen. Endlich! Auch Sebastian Frank (38) und Jeannine Kessler (34), die Betreiber vom „Horváth“ am Paul-Lincke-Ufer, öffnen. Im KURIER erzählt Chefin Kessler, wie sie die Hygiene-Regeln gewährleisten will.    

„Direkt nach Bekanntwerden des Öffnungsdatums haben wir bereits einige Reservierungsanfragen bekommen“, zeigt sich die Geschäftsführerin   erleichtert. „Ich freue mich, dass es endlich wieder losgeht. Wir sind sehr motiviert alles für die Gäste vorzubereiten.“

Dennoch dürfte es nun eine Mammutaufgabe für Restaurants werden, die Hygiene-Bestimmungen und die Wohlfühlatmosphäre in Einklang zu bringen, wie sie betont: „Eine der großen Herausforderungen wird es sein, Vertrauen zu schaffen. Gäste sollen bei uns auch in Zukunft einen sicheren Raum für Genuss finden“, so die Wirtin.

Keine gewöhnlichen Speisekarten mehr!

Zu den ohnehin verpflichtenden Maßnahmen wie Mundschutz für das Personal und genügend Abstand zwischen den Tischen werden im „Horváth“ weitere Vorkehrungen getroffen: „Wir haben einen mobilen Waschtisch besorgt, damit die Gäste beim Betreten des Restaurants die Möglichkeit haben, direkt ihre Hände zu waschen und zu desinfizieren.“ Außerdem wolle man eine Lösung dafür finden, dass die Menükarten nicht mehr durch alle Hände gehen. „Wir denken daran für jeden Gast eine Karte zu drucken, die er dann mit nach Hause nehmen kann“, so Kessler.

Trotz der Öffnung  geht der Existenzkampf für die Branche weiter. Die Auflagen sind hoch: Wer aufgrund der Abstandsregelungen Tische aus seinem Lokal entfernen muss, kann höchstwahrscheinlich nur die Hälfte des eigentlichen Umsatzes erzielen. Besonders kleinere Gaststätten wird etwa die Abstandsregel von 1,5 Metern  vor Probleme stellen. Er gilt zwischen den Stühlen, nicht zwischen den Tischen. Buffets bleiben zudem verboten. Kunden dürfen ausschließlich an ihren Plätzen bedient werden. Um 22 Uhr ist Feierabend!

Ein Café in Schwerin hat seine ganz eigene Lösung gefunden, um den Abstand einzuhalten. Foto: Café Rothe (Facebook)

Thomas Lengfelder vom Hotel- und Gaststättenverband Dehoga  zum KURIER: „Der ein oder andere Betrieb wird dann sicherlich merken, dass aufgrund der Vorschriften ein Öffnen noch gar keinen Sinn macht.“ Er ruft die Berliner auf, ihr Lieblingsrestaurant zu besuchen. „Aber ich frage mich, ob da alle Spaß dran haben“. Mit nur 50 Prozent des Geschäfts plant das „Horváth.“

Um den Umsatz aufzubessern, überlegt die Chefin, die Öffnungszeiten  zu verlängern und das Angebot zu erweitern. In Meck-Pomm durften die Gastronom schon Sonnabend aufmachen: Das Café Rothe in Schwerin setzte dazu den Gästen bunte Schwimmstangen zu Einhaltung des Abstands auf den Kopf. Die Idee   kam  von RTL. Die Café-Chefin fand den Gag gelungen.