Bei einem Sandsturm auf der A19 nahe Rostock fuhren mehrere Autos in beiden Richtungen der Autobahn ineinander. Autos brannten aus, zehn Menschen starben. Foto: imago images

Das Wetter der kommenden Tage wäre an sich schnell erzählt: Hoher Luftdruck sorgt für viel Sonne bei milden Höchstwerten zwischen 14 und 18 Grad in unserer Region. Doch der ausgebliebene und weiter ausbleibende Regen versetzt Land- und Forstwirte, Wassermanager und Meteorologen zunehmend in Alarmstimmung. Wetterexperte Dominik Jung (wetter.net) beschreibt die beunruhigende Situation: „Es ist bisher einer der trockensten Aprilmonate seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.“ Und daran wird sich bis zum Monatsende voraussichtlich nichts ändern. Während die Temperaturen in unserer Region noch frühlingshaft bleiben, schmort der Südwesten Deutschlands bereits im Sommermodus bei bis zu 28 Grad am Samstag.

Zum einen verstärkt die Trockenheit die bereits aufgelaufenen Dürreschäden in unseren Wäldern, zum anderen steuern wir kommende Woche infolge der Trockenheit auf ein neues Problem zu. Denn ab Montag verschiebt sich das Hoch nordwärts, und dann erfasst uns ein strammer Ostwind. Wetterexperte Jung warnt, dass dieser Wind Felder und Wiesen nochmals stärker austrocknet. „Wie ein Fön bläst er auch noch die letzte Feuchtigkeit aus dem Erdreich und damit nicht genug: Es drohen kommende Woche in Deutschland Sand- und Staubstürme – echtes Wüstenwetter!“

Binnen Sekunden sinkt die Sicht der Autofahrer auf null

Auch für Autofahrer kann diese Wetterlage richtig gefährlich werden, so Diplom-Meteorologe Jung: „Durch den Ostwind, der in Böen auch mal 50 bis 60 km/h erreichen kann, wird vom Erdboden Staub und Sand aufgewühlt.“ Regional könnten sich so Sand- und Staubstürme bilden, vor allem in der Nähe von Ackerflächen. „Binnen Sekunden sinkt die Sicht der Autofahrer auf null und es drohen schwere Unfälle.“

Jung erinnert an den schweren Staubsturm im April 2011 bei Rostock. „Damals starben 10 Menschen in den Trümmern auf der Autobahn 19.“ Genauso so eine Wetterlage komme nun auf uns zu – Autofahrer sollten also besonders wachsam sein. An Landwirte appelliert Wetterexperte Jung, in dieser Situation darauf zu verzichten, mit ihren Traktoren das Erreich aufzuwühlen. Schon jetzt staubt es hinter den Traktoren stark. Wenn nun noch der starke Ostwind dazukommt, dann wird der aufgewühlte Sand und Staub ordentlich weit geblasen.“