Wer kann, sollte die kommenden kühleren Sonnentage für Bewegung an der frischen Luft nutzen. Foto: Nicolas Armer/dpa

Den gesamten Winter über hatten Schnee, Eis und Frost in unserer Region keine Chance. Doch ausgerechnet jetzt, zum kalendarischen Frühlingsstart, erwischt sie uns dann doch noch: die sprichwörtliche russischen Kältepeitsche! Wetterexperte Dominik Jung (wetter.net) erklärt den bevorstehenden Wetterumschwung, der uns am Wochenende durchkühlt. „Direkt aus Russland strömt kalte Kontinentalluft zu uns nach Deutschland." Auswirkungen hat dies für allem für die Nächte, denn die werden ab Sonntag frostig. Tagsüber drehen die Werte wieder in den Plus-Bereich, bleiben aber bis Anfang kommender Woche einstellig.

Hätte uns eine solche Wetterlage im Winter getroffen, wäre die Folge Dauerfrost gewesen. Aber dazu kam es nicht. Jetzt, erklärt Diplom-Meteorologe Jung, hat die Sonne schon sehr viel Kraft. Geht sie unter, sacken die Werte in den Keller. „In rund 1500 m Höhe erreicht uns minus 10 bis minus 12 Grad kalte Luft." In den Tieflagen unserer Region sind immer noch minus fünf Grad drin - lebensgefährlich für die frisch gepflanzten Setzlinge auf der Terrasse oder dem Balkon. Wer die Beete und Blumenkübel noch nicht bepflanzt hat, kann die kühlen Tage ab Sonnabend auch genießen: Denn neben die Ost-Kälte bringt uns auch reichlich Sonnenschein.

Aber auch für die Natur ist die russische Kältepeitsche eine Herausforderung. Denn die ist infolge des milden Winters sechs bis acht Wochen in der jahreszeitlichen Entwicklung voraus. „Diese Kälteeinbruch kann zu ordentlich Frostschäden führen“ warnt Wetterexperte Jung. Uns selbst kann der Frost allerdings kaum etwas anhaben, denn um die Corona-Pandemie zu bremsen, sind wir ja gehalten, möglichst zuhause zu bleiben. Solange es allerdings keine Ausgeh-Verbote gibt, spricht auch nichts gegen den Spaziergang oder Jogginglauf in der freien Natur. Die Sonne hilft uns, das für viele körperliche Prozesse notwendige Vitamin D herzustellen, die Bewegung stützt das Immunsystem. So helfen uns die kommenden Tage auch, hoffentlich unbeschadet durch die Corona-Krise zu kommen.