Willi war vor einigen Jahren aus dem Nest am Mast gefallen. Foto: BKU

Manchmal kann man im Kleinen beweisen, wie ernst man es mit großen Vorhaben meint. Klimaschutz, Artenschutz, Umweltschutz sind in aller Munde. Doch wenn es darum geht, ein kleines Biotop, in dem Eichhörnchen Willi, Vögel und Insekten leben, zu erhalten, will keiner den Hut aufhaben.

Ingo Schreiber (53) besitzt in Bohnsdorf ein Grundstück. Er liebt die Kiefern, die seine heute 107-jährige Großmutter einst pflanzte. An jedem der stattlichen Bäume hängen Vogelhäuser. Im Vorgarten ist neben dem Totholzhaufen eine Futterstelle für Igel eingerichtet.

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Mast als Heimat für die Eichhörnchen

Direkt neben dem Eingangstor befindet sich auch ein alter Betonmast – seit Jahrzehnten windet sich ein knorriger Efeu darum. Steht man unter dem Mast, piept und zwitschert es aus dem Dickicht. In der ganzen Straße sind die alten Laternen schon gegen neue  ausgetauscht worden. Nur bei Schreibers steht noch ein Mast.

Ingo Schreiber macht sich für die Natur vor seiner Haustür stark. Foto: Bernd Friedel

Ingo Schreiber wies die Bauleute ab, schließlich war der Abriss durch die Stromnetz Berlin GmbH weder rechtzeitig angekündigt worden. Nun versucht Schreiber, offiziell zu erwirken, dass der Mast, der auch Eichhörnchen Willi und seinen Kumpels Heimat ist, stehenbleiben darf. „In dem Strommast befinden sich Vogelnester“, sagt Schreiber.

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Erhalt ist begrüßenswert

Schreiber, der vor Jahren sogar einmal ein Eichhörnchen, das aus dem Nest gefallen war rettete, hat sogar schon angeboten, den Mast zu kaufen. Soll es denn wirklich unmöglich sein, eine Ausnahme zu machen?, fragt Schreiber.

Im Bezirksamt Treptow-Köpenick will man sich schlau machen, welche Möglichkeiten es gibt. „Aus artenschutzfachlicher Sicht ist der Erhalt des mit Efeu bewachsenen Masten begrüßenswert“, heißt es vom Umweltamt des Bezirks.