Pebbles wohnt nun in Neuenhagen, aber getrennt von Bam-Bam – denn die Schweine sind sehr futterneidisch. Foto: Engelsmann

Seit Wochen hat der Corona-Wahnsinn Berlin fest im Griff – doch zwischen all den Katastrophen gibt es noch Zeichen der Hoffnung. Etwa in Heidesee: Hier musste das Kinder- und Erholungszentrum „KiEz“ schließen – und aus finanziellen Gründen sogar den eigenen Mini-Zoo auflösen. Doch innerhalb von 48 Stunden fanden alle 108 Tiere ein vorübergehendes Zuhause!

Darauf ein fröhliches „Oink!“ – denn zwei der Tiere, die nun glücklich schmatzend durch eine neue Unterkunft stapfen können, sind Pebbles und Bam-Bam! Die beiden Wollschweine gehörten auch zum Tierpark des „KiEz Frauensee“, der zu Beginn der Corona-Krise schließen musste. Denn das Kinder- und Erholungszentrum nahe Königs Wusterhausen musste den Betrieb, wie viele andere Einrichtungen, einstellen. „Normalerweise würde jetzt, nach dem Winter, die Saison der Klassen- und Schulfahrten beginnen, aber dieser Zweig bricht uns weg, weil die Schulen geschlossen sind“, sagt Peggy Thierbach, die stellvertretende Leiterin des KiEz, dem KURIER. „Und es ist festgelegt, dass nach dem voraussichtlichen Ende der Maßnahmen erstmal keine Ausfahrten stattfinden dürfen.“

Da deshalb niemand weiß, wie lange die finanziellen Rücklagen reichen und ob und wann es Hilfen gibt, musste der seit 1995 bestehende Mini-Zoo mit 108 Tieren, das Herzstück der Anlage, aufgelöst werden. „Denn wir mussten die Kosten in allen Bereichen drosseln, auch an den Lohnkosten sparen – und ohne Mitarbeiter kann sich auch niemand um die Tiere kümmern.“ Also starteten die Tierbetreuer einen Hilferuf, um für jeden Bewohner der Anlage eine Unterkunft auf Zeit zu finden. Auf Facebook bekamen Tausende die Aktion mit – und nach knapp 48 Stunden waren fast alle Tiere vermittelt! „Von der Resonanz waren wir geplättet“, sagt Thierbach. „Wir haben Betreuungsverträge aufgesetzt, denn natürlich sollen die Tiere wieder zurück, wenn alles vorbei ist.“ Pebbles und Bam-Bam fanden in Neuenhagen ihr neues Quartier – im Naturschutzcamp. 

Wollschwein Bam-Bam fühlt sich in Neuenhagen wohl. Foto: Engelsmann

„Wir bieten Umweltbildungsveranstaltungen für Schulklassen an, haben einen kleinen Haustierhof mit Enten, Gänsen und Pfauen“, erklärt Chef René Trocha. „Als Tierfreunde mussten wir dem KiEz natürlich helfen. Und Wollschweine sind eine aussterbende Haustierrasse – da mussten wir ran.“

Auf dem Gelände zimmerten die ehrenamtlichen Mitarbeiter ein Gatter inklusive Stall mit Stroh und Sand, vor ein paar Tagen zogen die Schweine her. Und fühlten sich direkt sauwohl! „Wir hoffen natürlich, dass die beiden nach der Krise wieder zurück in ihren Tierpark können“, sagt Trocha. Denn der kleine Zoo sei für die Schulkinder in derRegion eine wichtige Einrichtung