Am May-Ayim-Ufer in Kreuzberg liegen zerbrochene Bierflaschen auf dem Gehweg. Foto: Berliner Kurier/Sabine Gudath

Kaffeebecher, Pizzakartons, Glasscherben: In den Parks und auf den Straßen von Friedrichshain-Kreuzberg türmt sich der Müll. Daran haben auch die Beschränkungen des öffentlichen Lebens in der Corona-Krise nichts geändert. Vielmehr trägt die Schließung der Clubs dazu bei, dass sich Partys und Treffen in den öffentlichem Raum verlagern. Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne) beklagt die damit einhergehende Verschmutzung.

Der Bezirk habe schon in den vergangenen Jahren mehr Personal und mehr Geld in den Anti-Müll-Kampf investiert, so Herrmann. Die Ausgaben für die Reinigung von Grünflächen seien von 447.000 Euro im Jahr 2016 auf 677.000 Euro im Jahr 2019 gestiegen. Und doch bleibe das Problem gerade im Sommer bestehen. Kaum sei ein Park gereinigt, sei er am nächsten Tag wieder verschmutzt. Die anfallende Müllmenge habe sogar deutlich zugenommen.

Viele Einheimische, viele Touristen, viel Müll

Die Ursachen des Müllproblems seien vielfältig, so Herrmann. Im Bezirk hätten viele Mieter keine Balkone, weshalb sich das Leben in Parks verlagere. Hinzu komme, dass die Flächen stark von Bewohnern anderer Bezirke und von Berlin-Besuchern genutzt werden. In jüngster Zeit finde das Nachtleben wegen der Club-Schließungen verstärkt im Freien statt. Seit Corona sei der öffentliche Raum zudem vermehrt durch Verpackungen von Außer-Haus-Essen verschmutzt.

Vor diesem Hintergrund fordert Herrmann eine Debatte über neue Konzepte im Kampf gegen den Müll in Berlin. Zum einen brauche ihr Bezirk eine bessere finanzielle und personelle Ausstattung. Zum anderen fordert Herrmann „ein gerechteres und solidarisches System, wie Gelder für die Müllbeseitigung im öffentlichen Raum stadtweit verteilt werden“. Klar ist, dass City-Kieze nicht nur von City-Bewohnern verschmutzt werden, sondern von allen.

Mülleimer werden doppelt so oft geleert

Um die Belastung für ihren Bezirk zu verdeutlichen, nennt Herrmann einige Maßnahmen, die bereits in der Vergangenheit nötig wurden. Müllbehälter in Grünanlagen werden seit 2019 sechsmal statt dreimal wöchentlich geleert. Die Reinigung der Grünflächen findet im Sommer nun zweimal wöchentlich statt. Im Volkspark Friedrichshain gibt es bereits seit 2018 eine erhöhte Reinigungsfrequenz. Und doch besteht das Müllproblem weiter.

Noch im August will die Bezirksbürgermeisterin nun alle zuständigen Behörden und Akteure einladen, an einem Strategie-Treffen zum Thema Müll teilzunehmen. Bereits erarbeitet hat der Bezirk ein „Zero-Waste-Konzept“ zur Müllvermeidung. Geplant sind zudem Sperrgut-Aktionstage, damit der Sperrmüll nicht mehr so oft im Park landet.