Max Tuchtenhagen, Vorstand vom Mellowpark, führt das neue Kayak auf der Spree vor. Foto: Berliner KURIER / Gerd Engelsmann

Die Sonne lässt das Wasser glitzern – da, wo die Spree in Höhe des Mellowpark einen Knick macht. Auf dem Steg an der riesigen BMX-und Skateranlage ist früh am Morgen noch nichts los, erst später kommen die Sonnenhungrigen und Badelustigen. Der perfekte Zeitpunkt für Max Tuchtenhagen, Vorstand im Mellowpark, uns die zwei neuesten Sportgeräte des Parks vorzustellen. Denn mit dem Mellowpark hat die Umweltinitiative „GreenKayak“ einen neuen Partner gefunden. Die Mission der Kopenhagener: mit viel Spaß und unkompliziert Gewässer überall auf der Welt vom Müll zu befreien. Das Konzept ist einfach: Zwei Stunden lang kann jeder das „GreenKayak“ gratis nutzen – vorausgesetzt, es wird bei der Tour über die Spree der Müll aus dem Wasser und vom Ufer gesammelt. 

Max wuchtet das grüne Kajak, das über Nacht in einem Container sicher verwahrt war, ins Wasser und fischt sogleich einen Pappbecher aus der erstaunlich klaren Spree. So einfach, so schön. Das Paddel taucht ins Wasser, Ausflugsdampfer ziehen vorbei und je länger man entlang des Ufers unterwegs ist, desto voller wird die grüne Tonne in der Mitte des Bootes. Gleich am ersten Tag haben drei Paddler schon 13 Kilo Müll gesammelt, ein alter Stuhl liegt jetzt nicht mehr in der Spree, sondern da, wo er hingehört – im Müllcontainer.

Paddeln und dabei Gutes tun – das kann im Mellowpark ab sofort jeder. Foto: Berliner KURIER / Gerd Engelsmann

Nach einer zweistündigen Paddeltour wird der Erfolg mit einer Federwaage gemessen und mit dem Hashtag #GreenKayak in den sozialen Medien geteilt. So erhält die Aktion Aufmerksamkeit und wächst. Schon 2019 startete die Graswurzelbewegung in der Hauptstadt, 850 Kilogramm Müll wurden im letzten Jahr  aus dem Wasser gefischt. Im Mellowpark hoffen sie, dass sie das im Jahr 2020 überbieten. Neben Berlin gibt es die „GreenKayaks“ bereits in Hamburg.

„GreenKayak ist nicht die Lösung, um die Ozeane komplett von Plastikmüll zu befreien“, sagen die dänischen Gründer. Aber es sei  eine erstaunlich effektive Möglichkeit, die Leute vor Ort zu Aktionen zu bewegen, sich zu vernetzen und über den Tellerrand zu schauen, um zu begreifen, dass jeder einen Teil dazu beitragen kann, Plastikmüll in Gewässern zu bekämpfen. Seit 2017 haben Tausende Paddler in fünf Europäischen Ländern bereits 25 Tonnen Müll gesammelt, so die Angaben von GreenKayak.

Ab sofort sind zwei GreenKayaks kostenlos am Mellowpark verfügbar, es muss jedoch vorab online reserviert werden unter https://bookings.greenkayak.org. In Berlin gibt es das Angebot auch bei WhatSUPBerlin (an der Scharfen Lanke 109–131, Wannsee) und an der Backstage tourism Kanustation in der Nalepastrasse 18, Karlshorst.