Wer die Box des Berliner Start-ups „Outside Society“ mietet, kann mit den Kollegen mitten in der Natur arbeiten. Foto Sabine Gudath

Man guckt einmal, man guckt zweimal: Was steht denn da mitten im Wald? Ein riesiger Würfel aus Glas und Holz – fast so, als habe jemand eine futuristische Imbissbude im Wald verloren. Der KURIER verrät des Rätsels Lösung.

Nicht mehr als 34 Quadratmeter misst die rechteckige Box, die derzeit zwischen Bäumen und Büschen in der Lichterfelder Weidelandschaft steht. Darin enthalten: eine Stromversorgung, die über Solarzellen auf dem Dach funktioniert, WLAN, ein flexibles Möbelsystem, eine Kaffeemaschine und ein Kühlschrank für Getränke und Snacks.

Was sich zunächst nach einem Outdoor-Erlebnis-Urlaub im Berliner Süden anhört, entpuppt sich als Arbeitsplatz für Unternehmen inmitten der Natur. Unter Einhaltung der Abstandsregeln können momentan bis zu zwölf Mitarbeiter eines Betriebes in diesem mobilen Raum zusammenkommen und zwischen Wäldern und Wiesen kreative, neue Ideen entwickeln.

Die Köpfe hinter „Outside Society“ sind Marc Schwabedissen (47) und Karsten Kossatz (28). Foto: Sabine Gudath

„Outside Society“ heißt das Berliner Start-up der Geschäftspartner Karsten Kossatz und Marc Schwabedissen, das bisher gängige Formen des Arbeitslebens völlig neu denkt. „Ich habe mich in den letzten Jahren viel damit beschäftigt, wo Menschen kreativ und produktiv werden und wie Teams gut zusammenarbeiten können“, sagt Kossatz, der Geschäftsführer einer Werbeagentur ist. „Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass es toll wäre, wenn man an den Orten arbeiten könnte, an denen man seine Freizeit verbringt – also im Wald, auf einer Wiese oder am Strand.“

Zu diesem Zeitpunkt bietet der Architekt Marc Schwabedissen mit seinem Unternehmen bereits seit vielen Jahren eine mobile Modulbox für verschiedene Events und Verkaufsveranstaltungen an. Kossatz und Schwabedissen bündeln ihre Expertise und vermieten ihre 34 Quadratmeter große Box nun seit einem halben Jahr an Unternehmen, die ihren Mitarbeitern einen Ausgleich zum normalen Büroalltag bieten wollen.

Vorn rechts sind die Moderatorin und Sängerin Asia de Saleh und der Immobilienunternehmer David Kastner schon in ein Gespräch verstrickt. Foto: Sabine Gudath

Jetzt steht die Box bis zum 14. August inmitten der Lichterfelder Weidelandschaft: „Das eingezäunte Gelände gehört der Groth-Gruppe, die als Bauunternehmer in dem weitläufigen Areal in Zukunft das neue Viertel Neulichterfelde errichten möchte“, sagt Kossatz. 

„Wenn Kunden mit einem speziellen Ortswunsch auf uns zukommen, prüfen wir für sie, ob das möglich ist. Wir müssen dafür vorab an den Ort fahren, uns die Gegebenheiten anschauen und mit den örtlichen Behörden sprechen“, sagt Schwabedissen. Ausnahmen bilden nur Grundstücke, die in Privatbesitz seien. Ein Service, der seinen Preis hat. Ein Arbeitstag von 9 bis 18 Uhr in der Box kostet 5000 Euro Miete. Darin enthalten sind Willkommens-Smoothies und heiße Getränke, Catering kann hinzugebucht werden. Für einen halben Tag zahlt man 2700 Euro.