Die Ärzte halten Schilder mit Botschaften, die der Kulturszene den Rücken stärken sollen. In der Mitte: Die leitende Hebamme des Sana-Klinikums, Friederike Knüpling. Ihre Tochter arbeitete im Bereich Regie, ist von der Corona-Krise auch betroffen. Fotos: Sana-Klinikum/Kai Abresch

Während sich der große Teil der Berliner über Lockerungen der Corona-Verordnung freut, können die Theater und Veranstaltungsstätten der Stadt noch immer nicht eröffnen. Unterstützung kommt nun ausgerechnet aus der Medizin – Ärzte, Ärztinnen und Mitarbeiter des Lichtenberger Sana-Klinikums stärken den Kulturschaffenden mit einer liebevollen Aktion den Rücken.

Wie geht es mit der Berliner Kulturszene nach der großen Krise weiter? Es ist die Frage, die nicht nur die Szene, sondern sogar Menschen in der Medizin beschäftigt – etwa am Lichtenberger Sana-Klinikum. Die Beschäftigten  starteten jetzt eine Kampagne, um Solidarität zur Kultur zu bekunden. Sie ließen sich mit Schildern fotografieren, darauf doppeldeutige Sprüche. Die leitende Krankenschwester  Gudrun Rettig hält etwa ein Blatt mit der Aufschrift „Kultur spiegelt die Stadt. Wir spiegeln Magen und Darm“. Anästhesistin Manuela Wiese hält „Kultur weckt Gefühle. Wir wecken dich gefühlvoll“ in die Kamera – und Pflegefachkraft Thi Thu Ha Huang den Slogan „Kultur verbindet. Wir verbinden dich“.

Mir fehlen vor allem Kinobesuche und Konzerte. Ich hoffe, dass all das bald wieder geht. Aber ich denke, dass gerade im Theater-Bereich viele sehr unter den Umständen leiden und kämpfen.

Friederike Knüpling, leitende Hebamme des Sana-Klinikums

Für viele ist es ein persönliches Anliegen, der Kultur den Rücken zu stärken – etwa für Friederike Knüpling, leitende Hebamme des Klinikums. „Kultur unterhält. Wir halten dich“, steht auf ihrem Schild. Knüpling hat eine Tochter, die im Bereich Regie arbeitet, bekommt die Schwierigkeiten an vorderster Front mit. „Sie steht gerade am Anfang ihrer Karriere, hätte während der Corona-Zeit ihre erste Premiere gefeiert“, sagt sie. „An solche Menschen denkt niemand – deshalb habe ich gern an der Aktion teilgenommen.“ Auch sie selbst sei neben ihrer Arbeit als Hebamme, die sie seit 1998 macht, Kultur-Fan. „Mir fehlen vor allem Kinobesuche und Konzerte. Ich hoffe, dass all das bald wieder geht. Aber ich denke, dass gerade im Theater-Bereich viele sehr unter den Umständen leiden und kämpfen.“

Gesundheit und Kultur seien wichtig für den Zusammenhalt der Gesellschaft, sagt der Regional-Geschäftsführer der Sana-Kliniken, Dr. Christian von Klitzing. „Es braucht den Austausch, das Miteinander auch über den Branchen-Tellerrand hinaus. Kultur vermittelt Vielfalt und ist aus einer bunten und lebendigen Region nicht wegzudenken. Wir finden, das verdient Respekt und Anerkennung für alle.“