Neben einem Forschungs-und-Industriepark soll in Tegel ein Wohngebiet entstehen. Foto: Tegel Projekt GmbH

Berlin - Wenn der Flughafen Tegel nach der Inbetriebnahme des neuen Großflughafens BER in Schönefeld geschlossen wird, bricht auf dem Areal eine neue Ära an. Der Flugverkehr in TXL ist dann Geschichte, ein neuer Stadtteil entsteht.

Geplant ist zum einen die Ansiedlung eines Forschungs-und-Industrieparks für Zukunftstechnologien, der als Urban Tech Republic bezeichnet wird. Und zum anderen der Bau eines neuen Wohnquartiers mit 5000 Wohnungen, Schulen, Kitas und Sportanlagen für rund 10000 Menschen.

Über die Gestaltung des Wohnviertels, das wegen der Nähe zum Kurt-Schumacher-Platz als Schumacher-Quartier bezeichnet wird, diskutierte am Montag das Baukollegium, das Senatsbaudirektorin Regula Lüscher in wichtigen Fragen der Stadtgestaltung berät. Grundlage war der Entwurf eines Handbuchs, das Auskunft darüber geben soll, wie in Tegel das geplante ökologisch-soziale Modellquartier zu errichten ist.

Vorgeschlagen wird in dem Buch beispielsweise, am äußeren Rand des Viertels begrünte Fassaden zu gestalten, im Inneren dagegen soll der geplante Baustoff Holz sichtbar gemacht werden – jeweils in Kombination mit Fotovoltaikanlagen. Entschieden wurde aber noch nichts. Senatsbaudirektorin Regula Lüscher nahm dafür jede Menge Anregungen mit

Schumacher-Quartier soll eine Fläche von 48 Hektar haben

Es steht fest, dass wir mutiger sein sollten, um stärker auch Materialvorgaben über größere Bereiche zu machen, damit das Quartier eine starke Identität erhält“, sagte sie. Klar sei zudem, dass es später Vorgaben zu den Erdgeschosszonen geben soll. Etwa, an welchen Stellen sie öffentlich zugänglich sein sollen. Vorgaben solle es zudem in Bezug auf die Ökologie der Baumaterialien geben, so Lüscher – dass also nachwachsende Stoffe verwendet werden. Festgelegt werden solle überdies, an welchen Stellen Loggien, also in die Fassade eingebaute Balkone, entstehen, und an welchen Stellen aus der Fassade herausragende Balkone errichtet werden. Für den Bereich am Kurt-Schumacher-Platz, den Auftakt zum neuen Viertel, wünschten sich die Experten gestalterisch etwas Besonderes, sagte Lüscher, etwas  Extravagantes.

Das Schumacher-Quartier soll eine Fläche von 48 Hektar haben. Es ist auf dem östlichen Flugfeld des Flughafens Tegel sowie angrenzenden Bereichen am Kurt-Schumacher-Platz und am U-Bahnhof Scharnweberstraße geplant. Das künftige Quartier soll zum Standort einer neuen Berliner Mischung werden, zu der unterschiedliche Wohnformen gehören – mit Angeboten für Familien über generationsübergreifendes Wohnen bis hin zum Studentenwohnen.

Geschaffen werden soll die neue Berliner Mischung durch vielfältige Bauherren. Neben landeseigenen Wohnungsgesellschaften sollen Genossenschaften und Baugruppen zum Zuge kommen.