Viele geschlossene Kinos schicken derzeit – wie hier –  eine Botschaft der Hoffnung in die Welt. Foto: imago images

Die Corona-Regeln wurden bereits gelockert, doch es gibt einen Wirtschaftszweig, der noch immer vor Problemen steht: die Veranstaltungsbranche. Kinos bleiben zu, Theater stehen vor der Pleite. Was kann man tun? Damit haben sich Studenten des Hasso-Plattner-Instituts beschäftigt. Ihre Lösung: eine Plattform, auf der man Tickets für Veranstaltungen kaufen kann, die ausgefallen sind.

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Beteiligt an der Entwicklung waren sechs junge Studenten, zumeist 18 und 19 Jahre alt. Auch sie mussten zu Hause bleiben, als die Uni aufgrund der Corona-Maßnahmen schloss. „Wir sahen im gleichen Zeitraum, dass viele Veranstaltungen abgesagt wurden, dass Kinos und Theater zumachen mussten“, sagt Ivan Khomutovskiy, einer der Studenten, dem KURIER. „Uns war klar, dass den Betrieben nun Insolvenzen drohen, weil die Einnahmen fehlen“, sagt der 19-Jährige. „Das Problem an der Krise ist jetzt eben, dass gerade kleine, unabhängige Organisationen, Vereine, Unternehmen oder Künstler in Zahlungsschwierigkeiten geraten“, sagt Student Yannis Beuke (26). „Wenn sie jetzt die Miete oder ihre Mitarbeiter nicht mehr bezahlen können, gehen sie den Bach runter.“

Das Problem an der Krise ist jetzt eben, dass gerade kleine, unabhängige Organisationen, Vereine, Unternehmen oder Künstler in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Wenn sie jetzt die Miete oder ihre Mitarbeiter nicht mehr bezahlen können, gehen sie den Bach runter.

Yannis Beuke (26), Student

Sie wollten etwas dagegen unternehmen – auch, um die vielfältige Kulturlandschaft zu schützen. „Denn als Studenten gefällt uns das große Angebot. Wir fahren auch gern nach Berlin, um zu schauen, was man erleben kann, was es so gibt. Und wir wollen, dass das auch weiterhin möglich ist“, sagt Khomutovskiy. Aus der Zeitung erfuhren sie, dass der Fußballverein Union Solidaritätstickets verkauft. „Die Idee gefiel uns sehr, aber uns war auch klar, dass viele kleinere Kulturbetriebe nicht die Möglichkeit haben, so etwas technisch schnell umzusetzen“, sagt Khomutovskiy. Die Studenten diskutierten die Idee – und bastelten die Website www.soli-ticket.de.

Das Prinzip: Veranstalter und Künstler können sich registrieren. Die Fans können dann Tickets oder Getränke erwerben – virtuell, versteht sich. Der Unterstützer erhalte dann natürlich nicht die Gegenleistung, die hinter dem Spendenbetrag steht, trage aber dazu bei, dass der Veranstaltungsort erhalten bleiben kann oder der Künstler eine kleine Finanzspritze bekommt. Mehr als 20 Veranstalter registrierten sich, bieten virtuelle Tickets an – in Potsdam und Berlin und sogar deutschlandweit. Vertreten sind in Berlin etwa das Kriminaltheater in der Palisadenstraße in Friedrichshain und zwei Köche, die Workshops zur Herstellung von Käse anbieten. In Potsdam stehen Theater Poetenpack, die fabrik und der SV Babelsberg 03 auf der Liste. „Insgesamt sind schon mehr als 1000 Euro zusammengekommen. Wir hoffen nun, dass sich die Bekanntheit unseres Projektes noch etwas steigert, denn weil es ein komplett gemeinnütziges Projekt ist, haben wir natürlich kein Geld für Werbung.“ In jedem Fall wollen die Studenten in Zukunft weiter an ihrem Projekt arbeiten, die Website voranbringen – auch neben ihrem Studium.