So sieht es in unseren Wäldern aus: Trockene Rinde und Kiefernnadeln liegen auf dem Boden in diesem Kiefernforst bei Eberswalde. Die Schäden an der Natur werden sich bei einer Fortdauer der Trockenheit noch einmal verstärken. Foto: Monika Skolimowska/dpa

Berlin und Brandenburg laufen sich schon einmal warm für den Sommer: Gleich zwei Hochdruckgebiete mit den Namen Max und Loris versorgen uns bis Ostersonntag mit viel Sonne und frühlingshaften Temperaturen. Weiter westlich und südlich werden bereits Sommertemperaturen von 25 Grad und mehr gemessen. Bei uns funkt allerdings Tief Saci aus dem hohen Nordosten dazwischen, schickt uns kühlere Luft und ein paar harmlose Wolken vorbei.

Das hat zur Folge, dass am Gründonnerstag die Höchstwerte laut Deutschem Wetterdienst (DWD) in Berlin nicht über die 18-Grad-Marke steigen, weiter nördlich ist schon bei 15 Grad Schluss. Quellwolken werden sich bis zum Abend wieder auflösen. Unter klarem Himmel kann das Thermometer bis zur Frostgrenze sinken.

Bis Ostersonntag Sonne satt und harmlose Wolken

Wer sich am Karfreitag zu einem Tagesausflug ins Umland aufmacht, den erwartet vom frühen Morgen an reichlich Sonne. Erst zum Nachmittag ziehen ein paar harmlose Wolken auf. Bei Höchstwerten zwischen 13 und 17 Grad kann man den Tag auch außerhalb der eigenen vier Wände in vollen Zügen genießen.

Unter wenigen Wolken sacken die Nachtwerte erneut stellenweise in den Frostbereich – am Boden rechnet der DWD örtlich mit nur minus fünf Grad. Ein Quäntchen wärmer als am Vortag wird es Sonnabend: Bis 18 Grad bei reichlich Sonne ohne Niederschläge locken erneut viele Berliner ins Freie. Die Frostgefahr sinkt leicht in der Nacht zu Ostersonntag – und der wird der Höhepunkt der Woche. Bis 23 bei Sonne satt erwarten die Meteorologen. 

Ostermontag bringt den Temperatursturz

Die folgende Nacht wird verhältnismäßig mild mit Tiefstwerten von acht Grad. Dafür sorgt Tief Saci, dessen Ausläufer dann leider das Traumwetter durchkreuzen. Etwas Regen fällt, aber vor allem sacken die Höchstwerte vorübergehend auf ein Niveau, das die 10-Grad-Marke so gerade eben übertrifft. Lange wird der Temperaturknick nicht anhalten – spätestens zum kommenden Wochenende peilen wir erneut die 20-Grad-Marke an – und Niederschläge sind so gut wie keine in Sicht.

Der Juli könnte nach den Berechnungen des europäischen Wetterdienst deutlich zu trocken ausfallen - und das in weiten Teilen Europas Grafik: Europäischer Wetterdienst

Und wie es aussieht, steuern wir gerade, fast übergangslos, in einen viel zu früh startenden, viel zu trockenen Sommer hinein. Und das ist aus mehreren Gründen problematisch. Zunächst zu den Temperaturen. Diplom-Meteorologe Dominik Jung hat sich einmal die Langfrist-Prognosen der weltweit führenden Institute NOAA und des europäischen Wetterdienstes angeschaut. Der Blick bis in den August hinein zeigt eine klare Tendenz: Es wird zu warm und zu trocken. Wenn sich das so bewahrheitet, steht uns also tatsächlich ein neues Dürrejahr ins Haus. Was für die ausgedörrte Natur möglicherweise katastrophale Auswirkungen haben wird, können wir allerdings in Coronazeiten auch positiv aufnehmen: „Das wären doch schon mal ganz gute Aussichten, um den Sommerurlaub 2020 entspannt daheim im eigenen Land verbringen zu können.“

Selbst Reisen nach Österreich fallen wohl aus

Was die Freunde von Balkonien und heimischen Seen entzückt, wird allerdings Reiselustige mit Fernweh ziemlich bedrücken. Denn die Fernreise nach Thailand oder in die Karibik wird wohl vorerst coronabedingt ausfallen. „Das lassen zumindest die Virologen langsam aber sicher durchklingen“, entgeistert uns Wetterexperte Jung. „Aus Österreich hört man schon, dass die Einwohner dort bitte daheim im eigenen Land Urlaub machen sollen.“ Daraus könne man bereits schließen, dass das Nachbarland wahrscheinlich auch keine Ausländer ins Land lassen wird.

Da derzeit nicht einmal MeckPomm Berliner und Brandenburger hereinlassen will, ist nicht einmal der Urlaub an der Ostseeküste oder an der Mecklenburgischen Seenplatte gesichert. Auch die Grenze nach Polen bleibt vorerst dicht. So bleibt uns also vorerst weiter nur die Aussicht auf Urlaub daheim oder im engen Umland.