Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) macht es  sehr schön vor. Die Maske wird ab Montag in den Öffis Pflicht. Britta Pedersen/dpa

Wer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln durch Berlin fahren will, muss Mund und Nase bedecken. Eine Maßnahme, mit der die Ausbreitung des Coronavirus eingedämmt werden soll – und die Fragen aufwirft. Denn schon zu Beginn der Krise waren Masken Mangelware. Wo bekommt man eine und was bringen die Stoffbedeckungen?

Erste Anlaufstelle dürften für viele Berliner die Apotheken sein – und tatsächlich lassen sich hier und da Exemplare finden. Doch wer Masken anbieten kann, der verlangt in diesen Zeiten Geld.
„Da wir die Masken teuer einkaufen, müssen wir sie teurer verkaufen“, sagt ein Mitarbeiter der „Prenzl-Apotheke“ in Prenzlauer Berg. Das Zweier-Pack OP-Masken kostet hier fünf Euro, eine FFP2-Maske sechs Euro.

In der Gethsemane Apotheke gab es am Mittwoch nur noch eine FFP2-Maske für 4,95 Euro. Vor der Corona-Krise kosteten diese Modelle etwa 60 Cent. Kunden hätten sich über die hohen Preise beschwert, klagt die Apothekenkammer. Doch der Einkauf sei jetzt eben teurer. Apotheken würden die Situation nicht ausnutzen – es geben keinen „Corona-Aufschlag“.

Selbstgenähte Masken ab 8 Euro im Späti

Aber nicht nur die Medizin-Geschäfte, auch zahlreiche andere Läden bieten sie inzwischen an. Wer derzeit mit offenen Augen durch die Stadt geht, findet überall Quellen. An einer Tankstelle in Lichtenberg liegen die einfachen Papier-Masken in einer Box an der Kasse – für 2,99 Euro pro Stück. Auch in Kiosken liegen sie an der Kasse bereit.

In der Schönfließer Straße verkauft ein Späti FFP2-Masken für acht, Mund-Bedeckungen aus Baumwolle für fünf und OP-Masken für zwei Euro. Der Betreiber von „We love Späti“ in der Danziger Straße bietet für acht Euro die selbstgenähten Exemplare seiner Tante an. „Die kann man waschen, außerdem kann man Küchenpapier einlegen“, sagt er. Teils werden  astronomische Preise aufgerufen: In einem Späti in der Hermannstraße kostet eine Maske 17 Euro.

Sogar Jan-Henrik Scheper-Stuke, Chef der Krawattenmanufaktur Auerbach, verkauft etwa Exemplare mit klangvollen Namen wie „Karottenkuchen“ und „Brauner Ahorn“ für 18 Euro. „Ich will aus der Krise nicht den großen Gewinn ziehen. Aber den Näherinnen fällt zu Hause die Decke auf den Kopf“, sagt er.

Und sogar Sportvereine erkennen die Marktlücke: Auf der Website des Tennis Borussia Berlin (TeBe) gibt es  Mund-Nasen-Bedeckungen in Vereinsfarben. Weitere Bezugsquellen stellt der Berliner Handelsverband auf seiner Website www.hbb-ev.de zur Verfügung.

Noch immer boomen auch  Näh-Gruppen im Internet, in denen sich Handwerker zusammenschließen, um Masken anzufertigen. Die größte, „Masken nähen Berlin ehrenamtlich“, zählt stolze 1600 Mitglieder. Gegründet wurde die Initiative von Nizana Brautmann (40). „Es geht nicht darum, sich durch das Tragen einer Maske nicht anzustecken“, sagt sie. „Sondern darum, andere zu schützen. Jeder kann das Virus haben – und es wichtig, es nicht zu verbreiten“, sagt sie. Inzwischen wurde sogar eine Karte eingerichtet: Wer Masken sucht, kann darüber Kontakt zu einem ehrenamtlichen Näher aus der Umgebung aufnehmen.

Das große Masken-ABC des Berliner KURIER

  • Mund-Nasen-Maske: Sie ist der Klassiker. Die Maske besteht aus Papier- oder Faserschichten. Weil sie nicht dicht an Mund und Nase anliegt, schützt sie nicht vor der Tröpfchenübertragung. Wer sie trägt, schützt aber sein Umfeld, denn feuchter Atem wird ausgebremst. Nach dem gleichen Prinzip schützen auch selbstgebastelte Masken aus Stoff.
  • Die Schutzmaske FFP: Die Abkürzung FFP steht für „filtering face piece“. Die sogenannte „partikelfilternde Gesichtsmaske“ besteht aus Kunststoff. Das Material kann auch kleinste Staubteilchen und Tröpfchen zuverlässig aus der Luft filtern. Damit schützen die Masken den Träger auch vor Viren. Sie muss dafür aber dicht am Gesicht anliegen.
  • Was bedeutet FFP1, FFP2 und FFP3? Diese Ziffern sind Einstufungen, geben an, wie dicht die Atemschutzmaske ist. FFP1-Masken können Feinstaub oder Blütenpollen abhalten. FFP2 schützt vor giftigen Baustoff-, Rauch- oder Schimmel-Partikeln. Masken der FFP3-Klasse können laut den Herstellerangaben auch vor Mikroorganismen, Enzymen oder Viren schützen.