Der Tod mit seiner Praktikantin, der „Exitussi“. Wer unter der Kutte steckt, wissen nur wenige. Foto: zVg

Die Corona-Krise schweißt so sehr zusammen, dass sogar der Tod zum Lebensretter wird! Der Komiker, der mit Kapuze und Sense auf der Bühne Witze über das Sterben macht, will jetzt mit einer ungewöhnlichen Aktion kleine Berliner Theater retten. KURIER bekam den Sensenmann an die Strippe.

Es läutet am anderen Ende. „Jenseits, Pressestelle – was kann ich für Sie tun?“ – „Hier ist der Berliner KURIER.“ – „Ach, Sie wollen bestimmt mit dem Tod sprechen. Ich verbinde.“ Dann ist kurz Warteschleifen-Musik zu hören – der Song „Time to say goodbye“ – bevor der Tod selbst ans Telefon geht. Selbst Telefonate sind Teil der Inszenierung des Berliner Komikers, den man nur mit Kutte und Sense kennt. Wer er im wirklichen Leben ist, wissen nur wenige. Doch das ist nicht schlimm: Man kann schließlich Gutes tun, ohne das eigene Gesicht zu zeigen.

Im Moment komme ich gar nicht dazu, mal die Gebeine hochzulegen.“

Der Tod

Mit einer schrägen Aktion will der Tod nun kleinen Theatern helfen. „Viele Künstler, die ihr Geld auf der Bühne verdienen, müssen gerade schauen, wie sie über die Runden kommen“, sagt er. „Aber sie fallen in der Not auf das Arbeitslosengeld zurück. Den kleinen Theatern, die ihnen Auftrittsmöglichkeiten bieten, geht es da schlechter. Die großen Häuser haben eine Lobby, aber wenn die kleineren wegbrechen, fallen auch Jobs für die Künstler weg.“ Zwar sei sein Haupt-Job – die Arbeit als Tod, natürlich krisensicher, sagt er todernst. „Aber es fehlt mir, auf der Bühne zu stehen.“ Und auch sonst wäre es ohne Corona selbstverständlich schöner. „Denn im Moment komme ich gar nicht dazu, mal die Gebeine hochzulegen.“

Solche Klorollen versteigert der Tod auf seiner Facebook-Seite. Foto: zVg

Jede Woche versteigert der Tod nun im Internet eine von seiner Praktikantin, der „Exitussi“, handbemalte Klorollen-Papphülse. Der Erlös kommt jede Woche einem anderen Theater zugute. Die letzte Auktion für das Varieté „Scheinbar“ brachte immerhin 101 Euro. „Das ist für eine leere Papprolle natürlich viel. Aber dass man ein Theater damit nicht rettet, ist auch klar. Es geht auch nicht nur um das Geld.“ Man müsse den kleinen Bühnen Gehör verschaffen, sonst drohen sie zu sterben – und das mag der Tod in dem Zusammenhang gar nicht.

Auch er hofft, dass er bald wieder auf der Bühne stehen und seine Witze über das Sterben erzählen kann. Denn im Hauptjob erlebt er viel, sagt er. Erst gestern habe er wieder eine alte Frau an der Haustür abgeholt. „Sie sagte: Ich komme mit, aber die Hand gebe ich Ihnen nicht“, sagt er. Zu groß sei die Angst vor einer Corona-Ansteckung gewesen. Die Krise verändert also selbst vermeintlich krisensichere Jobs. Infos: facebook.com/the.real.tod