Friseur Apjar Black begutachtet sein Werk auf Gerit Klings Kopf. Er hatte sie von ihrer Corona-Matte befreit.
Foto: dpa/Jens Kalaene

Am Montag haben Friseure und Museen nach wochenlanger Schließung wegen der Corona-Pandemie erstmals wieder geöffnet. Ein weiterer kleiner Schritt  zurück zur Normalität. Wir haben uns bei den Friseuren umgeguckt.

Viele Berliner Friseure hatten vorher ihre Stammkunden angerufen oder Termine online vergeben. „Ich weiß von den Kollegen, dass alle gut zu tun haben und alle volle Terminbücher haben“, sagt Jan Kopatz, Obermeister der Friseur-Innung. Doch es gibt auch viele Betriebe, die spontan Kunden annehmen. So oder so  habe die Branche mit einem „riesigen Ansturm“ gerechnet, sagt der Sprecher der Handwerkskammer, Daniel Jander. Und die Branche sollte recht behalten.

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Wimpernfärben oder Bartschneiden vorerst tabu

Er sei bis Mitte Juni ausgebucht, berichtet Friseur Apjar Black, der am Montag in seinem Charlottenburger Salon unter anderem Schauspielerin Gerit Kling („Rote Rosen“) frisierte. Wie alle Friseure und Kunden mussten beide dabei Maske tragen, weil sich der Sicherheitsabstand von 1,50 Meter beim Schneiden nicht einhalten lässt. Zwischen den einzelnen Arbeitsplätzen muss außerdem 1,50 Meter Abstand eingehalten werden. Sogenannte gesichtsnahe Dienstleistungen wie Wimpernfärben oder Bartschneiden sind vorerst tabu.

Beim Cut Man in der Hauptstraße in Schöneberg – Werbespruch „Rettet die Welt vor schlechten Frisuren“ – herrschte am Montagvormittag großer Andrang. Termine gibt es nicht. Fast ein Dutzend Kunden standen draußen im leichten Nieselregen und warteten. Gudrun Herrmann nahm das Ausharren auf sich. „Es ist schon dringend“, sagt die 70-Jährige und zeigt auf ihren Haarschopf. Sie wollte schneiden und färben lassen.

Museumsinsel lässt sich Zeit

Deutlich weniger Betrieb war bei den Museen, die heute erstmals auch wieder öffnen durften. Beim Spionagemuseum am Leipziger Platz sollen Besucher Tickets online für eine feste Uhrzeit kaufen, um Besucherströme zu kanalisieren. Tatsächlich aber war fast nichts los. Eine Stunde nach Öffnung verloren sich gerade einmal fünf Besucher in der 3000 Quadratmeter großen Ausstellung.

In den nächsten Tagen werden nur die privaten Museen öffnen. Das Naturkundemuseum, aber auch die Häuser auf der Museumsinsel lassen sich noch Zeit. Doch für alle gilt: Lohnen wird es sich erst, wenn Touristen kommen.