Das ist die kunterbunte Eule aus Keramik, die den Mitarbeietern im Lichtenberger Rathaus zuflog.
Foto:  Benjamin Pritzkuleit

Lichtenbergs Vize-Bürgermeister und Wirtschaftsstadtrat Kevin Hönicke (SPD) und seine Mitstreiter haben jetzt  einen besonderen Vogel. Er ist ihnen plötzlich über Nacht „zugeflogen“. Eine kunterbunte Eule der kunstvollen und seltenen Gattung „Strigiformes ceramic“, die nun im Rathaus für großes Rätselraten wegen ihrer Herkunft sorgt.

Sie ist etwa 50 Zentimeter groß, hat ein putziges Gesicht. Ihr Gefieder leuchtet in blauen, rosaroten und gelben Farben. Aus dem nahen Stadtpark Lichtenberg kann sie nicht stammen. Auch aus dem Tierpark ist sie nicht ausgebüxt. So viel steht schon einmal fest. Denn diese außergewöhnliche Eule kommt in Brehms Tierleben überhaupt nicht vor. Der Vogel ist ein Kunstwerk aus Keramik.

Wer hat die Eule auf dem Buddy-Bär vor dem Rathaus Lichtenberg gestellt?
Foto: Bezirksamt Lichtenberg

„Eines Morgens entdeckten ihn Mitarbeiter der Wirtschaftsförderung“, sagt Hönicke. „Die Eule thronte auf einem anderen Kunstwerk. Oben auf der rechten Pfote unseres Buddy-Bären, der seit 2013 als Zeichen für den bärenstarken Wirtschaftsstandort Lichtenberg vor dem Rathaus steht.“

Nun fragt sich jeder im Rathaus, welcher Spaßvogel die Eule dort abgesetzt hat. War es ein Kunstdieb, der das wirklich wunderschön verarbeitete Tier loswerden wollte? Oder hat jemand den Vogel nur einmal so auf den farblich passenden Buddy Bären gesetzt, ein Foto gemacht und dann das Tier vergessen? „Fragen über Fragen, die es nun zu klären gilt“, sagt Hönicke.

Sollte irgend jemand im Bezirk oder über dessen Grenzen hinaus diese wundervolle Eule vermissen, kann sie jederzeit im Raum 206 im Rathaus Lichtenberg (Möllendorffstraße 6) abgeholt werden, erklärt Hönicke.  Heimweh scheint der Vogel jedenfalls nicht zu haben. „Er fühlt sich bei uns richtig wohl, nimmt an Sitzungen und Beratungen teil“, sagt der Vize-Bürgermeister und Wirtschaftsstadtrat.

Vize-Bürgermeister und Wirtschaftsstadtrat Kevin Hönicke mit der Keramik-Eule in seinem Büro.

Foto: Pritzkuleit

Denn Hönicke und seine Mitarbeiter haben die Eule bereits in ihr Herz geschlossen. „Wir zeigen uns als gute Adoptiveltern. Das Tier ist ja auch recht pflegeleicht und macht auch nicht viel Arbeit.“ Ab und zu wird sie geputzt, damit der kunterbunte Vogel auch keinen Staub ansetzt. Nur einen Namen hat er noch nicht.

Möglicherweise war es sogar Absicht, dass ein Unbekannter auf diesen recht ungewöhnlichen Weg die Kunst-Eule aus Keramik dem Bezirk vermachen wollte. Denn bei den alten Griechen galten diese Vögel als Symbol von Weisheit und Schutz. „Sollte dies so sein, nehmen wir die Eule mit großer Freude als Geschenk an“, sagt Hönicke. „Möge sie uns begleiten und den Lichtenberger und ihrem Bezirk gerade in diesen Zeiten viel Glück bringen.“

Wer über die Biografie zur Eule mehr weiß, kann gerne eine Mail an norbert.koch-klaucke@berlinerverlag.com senden.