Luca sucht beim Auslauf im Tierheim immer wieder nach seinem Herrchen oder Frauchen.

Beim Blick in diese traurigen Augen dürfte Tierfreunden das Herz bluten – doch so unglaublich es scheint: Der Besitzer dieses süßen Hundes wollte seinen Schützling nicht mehr haben! Anstatt für ihn ein neues Zuhause zu suchen, setzte er ihn sogar an die Straße, mit einem Zu-Verschenken-Schild – wie ein altes Möbelstück.

Der Hund mit den zutraulichen Augen heißt Luca, ist sechs Jahre alt, wurde in der vergangenen Woche in der Lichtenberger Bietzkestraße gefunden. Dort war er angebunden. Eine Passantin entdeckte das Tier, als sie auf dem Weg zum Sport war – als sie danach zurückkam, saß Luca noch immer einsam und verlassen dort. Um seinen Hals hatte der Vorbesitzer einen in Folie eingeschlagenen Zettel befestigt, beschrieben mit der Hand. „Hallo, ich bin Luca und suche liebevolles neues zu Hause“, stand darauf. Die Passantin informierte die Tierschützer im Tierheim, hier fand Luca vorläufig ein Zuhause. Der Hund ist nicht gechipt, nicht tätowiert – wer es übers Herz brachte, ihn auszusetzen, ist unbekannt.

Mit dem Schild am Hals wurde Luca in der Lichtenberger Bietzkestraße ausgesetzt.

„Er bleibt jetzt erstmal fünf Tage in der Tiersammelstelle, ab dem sechsten Tag kümmern sich die Kollegen um die Vermittlung“, sagt Tierheim-Sprecherin Annette Rost dem KURIER. Warum Luca einfach an die Straße gesetzt wurde – darüber können auch die Experten nur mutmaßen. Immer wieder haben sie im Tierheim mit ausgesetzten Tieren zu tun. Oft seien die Halter überfordert, die Tierarztkosten hoch, das Geld für die Pflege des Hundes nicht mehr aufzubringen. Rost: „Manchmal geraten Tierhalter in finanzielle Schwierigkeiten, kommen in schwere Lebensumstände oder werden wohnungslos.“

Zu hoffen bleibt, dass Luca schnell ein neues Zuhause findet. Clara Rechenberg, die für das Berliner Tierheim alle Neuzugänge für die Vermittlungs-Datenbank ablichtet, bringt es auf den Punkt: „Wer diesen Hund aussortiert hat, muss der dümmste Mensch der Welt sein“, schreibt sie. Luca sei „ein ganz besonders toller kleiner Mann“, wirke aber etwas verwirrt. „Man merkt, dass er nicht versteht, wo sein Mensch abgeblieben ist. Er hat mit einer ganz klaren Mission den Auslauf abgesucht und kam immer wieder fragend auf uns zu.“ Weitere Tiere, die ein Zuhause suchen: www.tierschutz-berlin.de