Annabel (8) und ihre Mutter Sarah (35) erkunden den Spielplatz an der Dusekestraße in Pankow. Foto: Bernd Friedel

Im Bezirk Pankow gab es noch vor zwei Jahren besonders viele verrottete Spielplätze. Umso mehr freuen sich Kinder und Eltern jetzt über die Neueröffnung von drei liebevoll gestalteten Tummelplätzen. Das haben sie, so kurios es klingt, auch der DDR zu verdanken. Die drei Projekte wurden teils mit Geld aus dem „Vermögen der Parteien und Massenorganisationen“ finanziert.

Stadtrat Vollrad Kuhn (Grüne) ist happy. Dass die Spielplätze nach langer Bauzeit endlich an den Start gehen können, macht ihn offensichtlich stolz. Auch der zeitweilige Shutdown aller Spielplätze wegen der Corona-Krise ist inzwischen vorüber. Obwohl natürlich weiter „coronabedingt strikte Abstände einzuhalten sind“, so der Stadtrat.  

Erster voll inklusiver Spielplatz

Die drei sanierten Spielplätze befinden sich am Goldfischteich an der Weißenseer Amalienstraße, am Solonplatz und in der Dusekestraße in Pankow. Letztgenannter ist der erste vollständig inklusive Spielplatz im Bezirk. Rolli-Nutzer haben hier freie Fahrt. „Ein solches Projekt umsetzen zu können, ist für uns als Bezirk mit beschränkten finanziellen Mitteln alles andere als selbstverständlich“, sagt Stadtrat Kuhn.

Die Kinder freuen sich natürlich am meisten über die Spielgeräte: Da ist die „Dschungel-Arena“ mit Netzen und Seilen. Es gibt eine Drehscheibe, einen Drehtrichter und ein Rollstuhl-Karussell, eine Kletter-Skulptur, vier Sitz-Springbänke und ein Feld  zum Bolzen. Im Kleinkindbereich stehen eine Kletter-Rutschkombi, eine Wippe und ein Schwingspiel. Hinzu kommen Nestschaukel, Sandfläche und Tischtennisplatte. Das gefällt auch Annabel (8) und ihrer Mutter Sarah (35). Sie sagen: „Wir wohnen hier nebenan und sind froh, dass der Spielplatz jetzt endlich wieder geöffnet hat.“

Um alles zu bezahlen, flossen 250.000 Euro aus alten DDR-Mitteln und 365.000 Euro aus der Bezirkskasse. Weitere Unterstützung leistete das Projekt „Stück zum Glück“, an dem etwa die „Aktion Mensch“ beteiligt ist. Der Verein Kiezinseln half unter anderem beim Abriss der alten Spielgeräte und Beläge. Der Spielplatz Dusekestraße hatte schon seit 2016 brach gelegen.

Spielplatz am Goldfischteich ist ein Kunstwerk

Für die Sanierung der Weißenseer Spielplätze Solonplatz und am Goldfischteich wurden 400.000 Euro fällig. Auch dieses Geld kam aus den DDR-Mitteln. Sehr begeistert ist Stadtrat Kuhn von der Gestaltung des Spielplatzes am Goldfischteich. Denn die neue Spielanlage wurde nach Motiven des Weißenseer Illustrators Werner Klemke gestaltet – mit Erlaubnis der Erben. Dort gibt es jetzt auch einen Drehstern, eine Doppelschaukel, einen Sandtisch, eine Malwand, ein Memory-Spiel und den Walfisch Jonathan.

Auf dem Spielplatz am Solonplatz wurden für 150.000 Euro eine Doppelschaukel, ein Sandspielgerät, ein Federwipp-Tier und eine Skyclimber-Kletterkombi mit Rutsche errichtet. Die Bauzeit: rund acht Monate.