Der gelb eingezeichnete Radstreifen in der Kieler Straße ist aus Sicht vieler Anwohner zu breit geraten.    Foto: Bernd Friedel

Im Streit um den „Rad-ab-Weg“ an der Kieler Straße meldet sich das Land Berlin zu Wort: Die Verkehrsverwaltung wehrt sich gegen Vorwürfe von Anwohnern und widerspricht Aussagen des Bezirks Mitte. Bürger hatten dem KURIER mitgeteilt, dass der neue Radweg viel zu breit und der Fußweg zu winzig sei. Die Verkehrsverwaltung will nun klarstellen, was  dort wirklich los ist.  

Laut Bezirksamt Mitte müssten der baustellenbedingt eingerichtete Radstreifen 2,50 Meter und der Fußweg 1,50 Meter breit sein. Aber der von der Absperrfirma erstellte und von der Verkehrslenkung Berlin genehmigte Plan habe vorhandene Bäume und Lichtmasten nicht berücksichtigt. Deshalb sei der Fußweg zu schmal geraten. Irrtum, sagt nun die Verkehrsverwaltung, die dem Fall nachging.

„Der Fußweg misst die angeordneten 1,50 Meter. Der Radweg ist ein Zweirichtungsradweg mit 1,25 Meter pro Richtung, also insgesamt 2,50 Meter“, sagt ein Sprecher auf KURIER-Anfrage. Bäume und Poller zwischen Radweg und Fahrbahn seien bei der Planung berücksichtigt und nicht etwa vergessen worden. Die Anordnung zur Baustelleneinrichtung wurde, wie es heißt, „ordnungsgemäß umgesetzt“. Die Arbeitsstelle habe man seit Dezember 2019 öfter kontrolliert.

Verwaltung: Radweg ist keine Fehlplanung

Warum dann der Wirbel? „Richtig ist, dass es in der Kieler Straße, einer 70 Meter langen Stummelstraße, keine ideale Lösung für die Baustellensituation gibt“, sagt der Sprecher. Die Straße reiche gerade für die Baufahrzeuge aus. Deshalb habe man den „breiten Bürgersteig“ beanspruchen müssen.

„Bei dem Radweg handelt es sich um einen Radfernweg, der normalerweise am Ufer entlang führt“, sagt der Sprecher. Weil dort jetzt die Golda-Meir-Brücke gebaut wird, habe man die Baustelle direkt am Ufer einrichten müssen. Der neue, gelb eingezeichnete Radweg führe auf etwa hundert Metern Strecke um diese Baustelle herum.

Nachbesserungsbedarf sieht die Verwaltung nur bei einigen gelben Rad-Piktogrammen, die nun erneuert würden. Der Radweg sei keine Fehlplanung und kein Pop-up-Radweg. Zu einer Beschwerde, die der Bezirk eigentlich einbringen wollte, lägen keine Infos vor. Die Anwohner müssen wohl – vorerst – mit dem Radweg leben, wie er derzeit ist.