In „Möllers Köttbullar“ in Kreuzberg servieren die Chefs Henrik Möller (39) und Michael Hubert (51) schwedische Küche. Foto: Sabine Gudath

„Die große Möbelkette hat über 35 Jahre lang Marketing für uns gemacht“, sagt Henrik Möller (39) über den Bekanntheitsgrad seiner Fleischklopse. „Deswegen haben wir gesagt, dass wir das erste reine Köttbullar-Restaurant in Deutschland betreiben wollen“, sagt er. Das 37 Quadratmeter große Ladenlokal mit dem Namen „Möllers Köttbullar“ gibt es seit Anfang Juli am Schlesischen Tor in Kreuzberg.

Die Idee, Köttbullar zu verkaufen, reifte in Möller schon vor vielen Jahren. „Ich hatte mal eine schwedische Freundin und wollte ihr etwas leckeres Schwedisches kochen. Das Rezept für die Fleischbällchen habe ich mir aus dem Internet gezogen. Es stammt von Sarah Wiener, die für eine Fernsehsendung in Schweden war und dort Köttbullar zubereitet hat. Sie hatte das Rezept wiederum von einer älteren einheimischen Dame bekommen. Genau das ist die Grundlage für unsere Rezeptur geworden“, erzählt Möller.

Für den gelernten Veranstaltungskaufmann ist das Geschäft mit Köttbullar kein Neuland. Bereits vor der Restauranteröffnung hat er seit 2016 mit seinem Team die Menschen auf Streetfood-Festivals, Messen oder Veranstaltungen mit Köttbullar aus seinem Foodtrailer verköstigt. Für das Restaurant hat sich Möller noch mehr fachkundige Unterstützung geholt. Als Mitbetreiber mit im Boot sitzt auch Michael Hubert (51). Er bringt den gastronomischen Erfahrungsschatz eines Barbetreibers mit. Im Wrangelkiez gehört ihm – gemeinsam mit seinem Bruder – die „Marabu-Bar“. „Für mich war wichtig, dass die Arbeit auf mehreren Schultern verteilt wird. So einen Laden allein zu betreiben, ist durchaus ambitioniert“, sagt Möller.

Wer den Speisetempel in der Köpenicker Straße 190 betritt, muss sich nicht lange mit der Entscheidungsfindung aufhalten. Die Menükarte ist übersichtlich gestaltet. Möllers Köttbullar, die außen knusprig und innen fluffig sind, werden mit Rahmsoße und Preiselbeeren serviert. Dazu können Gäste zwischen hausgemachtem Kartoffelstampf und Gurkensalat oder Pommes Frites und Petersilie wählen. Die Kindergröße kostet 4,90 Euro, die mittlere Portion 7,50 Euro, und für den großen Hunger zahlt man 9,50 Euro. Das zweite Menü bieten Möllers und Hubert für Veganer an. Ihre würzigen Vegibullar bestehen aus Champignons, Sonnenblumen- und Erbsenproteinen. Das Rezept hierfür hat Möllers Freundin entwickelt, die das vegane Restaurant „Maria“ betreibt. Anstelle der Rahmsoße gibt es hier eine braune Soße dazu, die restlichen Beilagen sowie Portionsgrößen und Preise sind ansonsten dieselben wie bei den Fleischklopsen.

Die Köttbullar werden in dieser Variante mit hausgemachtem Kartoffelstampf, Rahmsoße, Preiselbeeren und Gurkensalat gereicht. Foto:  Sabine Gudath

Ihre Köttbullar wollen Möller und Hubert in Zukunft nicht groß verändern. „Denkbar ist, dass wir für das eine oder andere Special mal etwas an der Soße ändern oder mal Köttbullar im Brot anbieten“, sagt Hubert. Dagegen wäre perspektivisch auch ein Lieferservice für die beiden vorstellbar. Erst mal stehen ihnen aber neue Öffnungszeiten ins Haus. Nachdem sie in der Eröffnungswoche zwischen 11 und 15 Uhr geöffnet hatten, sind sie ab dem 13. Juli zwischen 12 und 20 Uhr für die Gäste da. „Wir haben in der ersten Woche öfter gehört, dass die Leute auch abends Köttbullar genießen wollen“, sagt Möller.