Bezirksbürgermeister Oliver Igel sitzt mit dem Laptop im Wohnzimmer, wo nun sein Rathaus-Büro ist. Foto: privat

Sein Amtszimmer im Rathaus ist  verwaist. Bürgermeister Oliver Igel (SPD) regiert seit Tagen den Bezirk Treptow-Köpenick aus seinem Wohnzimmer in Bohnsdorf. Manchmal sitzt er mit Laptop und den Telefonen auch am Küchentisch. Igel hat sein Rathaus-Büro nicht ganz freiwillig daheim aufgebaut. Der Amtsarzt schickte ihn für 14 Tage in Corona-Quarantäne.

„Ein Familienmitglied, mit dem ich Kontakt hatte, ist mit dem Virus infiziert“, sagt Igel. Seit dem 25. März darf der Bürgermeister daher nicht mehr ins Rathaus, muss zu Hause  bleiben. „Mir geht es bisher gut, hatte keine Symptome“, sagt er dem KURIER. „Und der erste und der vor kurzem erfolgte zweite Corona-Test waren bei mir negativ.“

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Anders ist, dass er nun mehr als sonst telefonieren muss. Besprechungen, Gespräche mit Abgeordneten oder die dienstägliche Bezirksamtsrunde, die nun per Telefonkonferenz stattfindet:  „Das war anfangs schon anstrengend. Die Gespräche dauerten eine Stunde und länger“, sagt Igel. „Mittlerweile haben wir gelernt, schneller auf den Punkt zu kommen. Das sollten wir beibehalten, auch nach Corona.“

Igel weiß, dass der Virus für große Probleme auch in Treptow-Köpenick sorgt. Viele Unternehmen leben in dem Bezirk vom Tourismus. Gerade jetzt zu Ostern, wo die eigentliche Ausflugssaison im Bezirk gestartet wäre, sind Restaurants oder Bootsverleihe zu. Igel hofft, dass die staatlichen Hilfsprogramme greifen, damit die betroffenen Firmen „weiter im Geschäft bleiben“, wie er sagt.

Igel freut sich auf sein richtiges Rathaus-Büro

Einen Vorteil hat die Krise aber auch. „Da Schulen und Kitas zu sind, können wir nun die Zeit für dort notwendige Sanierungsarbeiten nutzen, die erst in den Sommerferien begonnen hätten“, sagt der Bürgermeister.

Die Quarantäne-Zeit endet kommenden Mittwoch. Igel freut sich, wieder im echten Rathaus-Büro arbeiten zu können. Und: Igel darf wieder zu Einkaufen raus. Seine Vorräte sind fast aufgebraucht. Dennoch gab es in der Quarantäne keine Engpässe mit Lebensmitteln.  „Nun gut, ich hatte nicht immer frisches Obst oder Gemüse“, sagt Igel. Aber er hatte Vorräte an Konserven und Getränke. Nicht  durch Hamsterkäufe, erklärt Igel: „Ich habe wie so viele Köpenicker aus dem großen Stromausfall vor einem Jahr gelernt, und den damaligen Rat des Bezirksamtes befolgt, sich Vorräte für zwei Wochen für den Notfall anzulegen“, sagt er. „Das zahlt sich nun aus.“