Mit gelben Streifen und Warnbaken ist der temporäre Radfahrer-Streifen der Gitschiner Straße in Kreuzberg abgegrenzt, Zweiräder kommen schneller voran als Autos.   Foto: Bernd Friedel

Gelb. Das ist die neue Farbe auf Straßen der Innenstadt – Fahrbahn-Markierungen für temporäre Radstreifen, die in Corona-Zeiten viele Kilometer lang mit Folien und Warnbaken eingerichtet werden. Die „Pop-Up-Radwege“ sollen dafür sorgen, dass sich Radler in Pulks nicht anstecken. Sie sollen auch mehr Platz auf der Straße bekommen, weil mehr Menschen von der BVG aufs Zweirad umsteigen.

Friedrichshain-Kreuzberg legte als Vorreiter am 25. März los: Seither wurden 8,2 Kilometer angelegt – unter anderem auf dem Halleschen Ufer. Von Dienstag an sollen weitere 4,5 Kilometer in der Möckernstraße, der Kottbusser Straße, dem Kottbusser Damm und dem Tempelhofer Ufer dazukommen. Teilweise fallen Parkplätze weg, Anwohner des Kottbusser Damms werden  aufs Parkhaus am Hermannplatz zu vergünstigten Preisen verwiesen.

Radweg von Oberbaumbrücke bis Kulturforum

Mitte will jetzt auf dem Schöneberger Ufer bis zur Potsdamer Brücke an den Kreuzberger Radweg anschließen. Am Ende würde ein durchgehender Weg von Oberbaumbrücke bis Kulturforum entstehen. Auch auf der Müllerstraße zwischen Seestraße und S-Bahnhof Wedding will man einen Pop-Up-Radweg einrichten.  

In Charlottenburg-Wilmersdorf erwartet der Stadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne) stündlich die Anordnung der Senatsverkehrsverwaltung für Radwege auf beiden Seiten der Kantstraße zwischen ICC und Joachimsthaler Straße – auf der Fahrbahn, Parkplätze fallen nicht weg, dafür jeweils eine Autospur. Die Radstreifen würden zwar von den Bezirken vorgeschlagen, aber von der Senatsverwaltung angeordnet und von den Bezirken dann umgesetzt werden. Sein Bezirk habe fünf weitere Straßenabschnitte unter anderem in der Kaiser-Friedrich-Straße vorgeschlagen, da gebe es noch keine Reaktion.

Pankow schließlich  wird voraussichtlich in dieser Woche einen Radweg auf der Danziger Straße einrichten, der an den vorhandenen Pop-Up-Weg auf der Petersburger Straße in Friedrichshain anschließt.

Die Radwege sollen zunächst bis zum Ende der Corona-Seuche bestehen bleiben. Stadtrat Schruoffeneger: „Im Entwurf der Anordnung für  die Kantstraße steht der 31. Mai.“