Viele Hauptstädter lassen im Homeoffice den Arbeitstag etwas ruhiger angehen. Zumindest müssen sie in Zeiten von Corona nicht ins Büro und duschen eine Stunde später. Foto: Imago

Viele Hauptstädter lassen im Homeoffice den Arbeitstag etwas ruhiger angehen. Zumindest müssen sie in Zeiten von Corona nicht ins Büro und duschen eine Stunde später. Auch anderswo verfliegt etwas die Hektik.

Nach Angaben der Berliner Wasserbetriebe  wurde früher an einem Werktag um 7.30 Uhr das meiste Wasser verbraucht (40 Millionen Liter pro Stunde). Diese Verbrauchsspitze hat sich jetzt auf etwa 9 Uhr nach hinten verschoben und ist auch etwas niedriger. Die entsprechende Grafik sorgt derzeit in den sozialen Netzwerken für Aufregung. Der aktuelle Kurve steigt am Morgen auch nicht so steil an wie sonst. Das Wasser wird nun über den ganzen Tag hinweg genutzt. Am Wochenende beobachten die Wasserbetriebe eine ähnliche Verschiebung des Verbrauchs.

„Es ist doch ein gutes Zeichen, dass wir zu Hause nicht verschmuddeln“, sagt Sprecherin Astrid Hackenesch-Rump. Wegen der Corona-Pandemie nutzen die Berliner aber nicht mehr oder weniger Trinkwasser. Der Gesamtverbrauch bleibt bei 580 Millionen Liter pro Tag für die ganze Stadt.

Grafik: Berliner Wasserbetriebe

Auffällig ist, dass gegen Abend nun etwas mehr Wasser verbraucht wird. „Die Menschen nehmen abends noch mal ein Bad oder stellen den Geschirrspüler an, lassen sich Zeit“, vermutet die Sprecherin.

Nun könnte man denken, dass der Stromverbrauch im Homeoffice steigt. Da Geschäfte und Restaurants geschlossen haben, wird aber in Berlin bis zu zehn Prozent weniger Strom verbraucht als sonst. Das bestätigt Energieriese Vattenfall auf Anfrage. Privathaushalte erfasst Vattenfall nicht separat. In der Krise ist mehr Platz auf den Straßen, die Luft wird   sauberer, wie die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz mitteilt.

Dass die Schule zu Hause stattfindet, wird von den Eltern unterschiedlich wahrgenommen, heißt es aus der Bildungsverwaltung. Schüler wie Lehrer gewinnen dafür jetzt   rasant an Digitalkompetenz hinzu. Die S-Bahn fährt fast mit der normalen Anzahl der Züge weiter. „So haben die Fahrgäste Platz, um Mindestabstand einhalten. Sie können jetzt öfter sitzen“, erklärt eine Sprecherin.

Der Mindestabstand wurde von Bund und Ländern auf 1,50 Meter festgelegt. Die Verordnung wird weiter Bestand haben. Bei der BVG   sieht man auch Vorteile, die die geringe Auslastung der Züge   mitbringt. „In normalen Zeiten würden sich die Fahrgäste wundern, dass es so schön leer ist“, sagt Sprecherin Petra Nelken.