Bei schönem Wetter lockt es Berlinerinnen und Berliner nach draußen - im Mauerpark saßen die Menschen am Samstag in Zweiergruppen. Foto: Sabine Gudath/imago

Eigentlich könnte man sich kaum ein besser passendes Wetter zu den geltenden Corona-Ausgangsbeschränkungen ausdenken als das derzeitige: Schon wieder rieselten am Dienstag Schneeflocken vom Himmel. Bei Höchsttemperaturen von gerade einmal sechs Grad und frostigen Tiefstwerten bis minus sechs Grad bleibt man doch lieber daheim. 

Doch die Wetterlage ändert sich recht bald. Nach einer strengen Frostnacht mit Bodentemperaturen von bis zu minus zehn Grad erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Mittwoch eine geschlossene Wolkendecke mit etwas Regen im Norden. Skandinavientief Olivia versorgt uns zugleich mit milderer Luft, und die Höchstwerte kratzen bald an der Zehn-Grad-Marke. Nachtfrostgefahr besteht allerdings weiterhin. Nach einer einzigen voraussichtlich frostfreien Nacht zu Freitag können die Tiefstwerte zum Wochenende erneut unter die Frostmarke sacken.

Ein Bild wie aus dem tiefsten Winter: Ein Berliner Park am Montag. Foto: imago

20-Grad-Marke zum Greifen nahe

Doch tagsüber bewegt sich das Thermometer zum Wochenende hin immer kräfter zu Frühlingstemperaturen hin. Spätestens in der Folgewoche, also zu Ostern hin - ist die 20-Grad-Marke auch in unserer Region zum Greifen nahe. Das legen jedenfalls die führenden Wettermodelle nahe. Den Wendepunkt sieht Wetterexperte Dominik Jung (wetter.net) am Sonnabend: Dann setzt sich nämlich unter dem Einfluss von Hoch Loris überall die Sonne durch. "Der Sonntag bringt sogar bis zu 23 Grad", so Jung, der zumindest im Südwesten bereits die warme Jahreszeit anklopfen sieht: "Ab 25 Grad würden wird sogar schon von einem ersten Sommertag sprechen."

Ganz so sommerlich warm wird es allerdings in unserer Region noch nicht. Jung erklärt die Großwetterlage: "Die Luftmassen kamen in den vergangenen 14 Tagen meist aus Osten oder Norden und da waren kalte Luftmassen, doch nun dreht der Wind auf Südwest und saugt aus Spanien, Portugal und Südfrankreich die warmen Luftmassen an und bringt uns den Frühling ins Land." Und mit Blick auf die Karwoche verfestigt sich gerader der Trend: Die Zeichen stehen ziemlich deutlich auf Frühlingswetter.

Das Ganze hat natürlich in Zeiten der Corona-Krise einen Haken: Wir sollen den Frühling ja möglichst in den eigenen vier Wänden verbringen. Auch wenn uns der Sinn nach Ausflügen, Grillen im Park oder Verwandtenbesuchen steht - wir müssen uns auch bei steigenden Temperaturen am Riemen reißen.

Doppelte Leidenszeit der Allergiker in Corona-Tagen

Es gibt für viele Berliner allerdings noch einen guten Grund, zuhause zu bleiben: Denn mit den warmen Tagen startet die Leidenszeit für Allergiker. "Nun fliegt auch noch die sehr allergene Birkenpolle", warnt Wetterexperte Jung. Wenn Heuschnupfen-Betroffene in der Öffentlichkeit schnupfen oder husten, könnte das in diesen Tagen sehr leicht missverstanden werden.

Und noch ein Dauerproblem verdichtet sich in diesen Tagen wieder: Der endende März war bereits zu warm und zu trocken, und genauso wird es im April weitergehen: Bis Ostern erwartet Diplom-Meteorologe Jung so gut wie keine Niederschläge mehr. Und folgt man der Langfristprognose des US-Wetterdienstes NOAA, wird sich daran auch nach Ostern nicht viel ändern. Wir steuern also gerade in eine neue Dürre-Zeit, und das ist nun wirklich ein Problem, auf das wir in diesen Zeiten gerne verzichten würden.