Noch sind die Biergärten und Restaurant-Terrassen nicht geöffnet, doch bald können wir unter Einhaltung der Corona-Maßnahmen die kommenden frühsommerlichen Tage auch wieder gemeinsam in den Gaststätten genießen. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Reisen nach Südeuropa sind für uns derzeit noch Wunschdenken. Doch ein Blick auf die derzeit im Mittelmeerraum gemessenen Temperaturen lässt erahnen, was auf uns zukommt, wenn die Ferienflieger doch wieder abheben: Bis zu 36 Grad wurden bereits in Spanien und Portugal gemessen. Vor allem für die Türkei, Griechenland und Süditalien sagt Wetterexperte Dominik Jung (wetter.net) schweißtreibende Tage voraus: „Dort erwarten wir Topwerte von 35 bis 43 Grad – im Schatten wohlgemerkt.“ Für Mitte Mai seinen das selbst in der wärmeverwöhnten Mittelmeerregion ungewöhnlich hohe Temperaturen, so Jung.

Ursache dieser Wetterlage seien sehr warme Luftmassen, die aus Nordafrika auf die Mittelmeer-Länder übergreifen. Die Frage, die sich uns stellt, die wir ja immer noch nicht ans Meer reisen können: Kommt diese Hitze auch zu uns? Der Blick auf die kommenden Tage zeigt zunächst in die entgegengesetzte Richtung: Der Deutsche Wetterdienst erwartet zunächst bis in den Freitag hinein noch ortsweise frostige Nächte in Brandenburg und im Berliner Umland. Zwischen Tief Cordula über Skandinavien und Hoch Quririnius über dem Ostatlantik strömt weiterhin feuchte Meeresluft in unsere Region, die sich nur allmählig erwärmt. 14 Grad sind am Mittwoch drin, und auf mehr als 16 Grad brauchen wir bis zum Sonntag nicht zu hoffen.

Stabiles Dürrehoch über Mitteleuropa

Aber das Wochenende bringt uns dann wohl einen tiefgreifenden Wetterwechsel. Wetterexperte Jung hält mit Blick auf die Vorhersage des europäischen Wettermodells eine sogenannte Omega-Wetterlage für möglich: ein neues, stabiles Dürrehoch über Mitteleuropa. Über längere Zeit wären wieder keinen nennenswerten Niederschläge zu erwarten. Was für Bauern, Naturschützer und Wassermanager ein Albtraum wäre, könnte der Traum vieler Corona-geplagter Daheim-Urlauber werden: Hochsommerliche Temperaturen bereits zum langen Christi-Himmelfahrts-Wochenende. Bis zu 30 Grad seien dann deutschlandweit drin, erwartet Diplom-Meteorologe Jung.

Die Wetterlage am heutigen Mittwoch: der Norden und die Mitte Deutschlands profitieren von Hoch Quirinus, der Süden dagegen bekommt Tiefdruckeinfluss ab.
Grafik: wetter.net

Zunächst war diese Entwicklung nur vom kanadischen Wettermodell berechnet worden, nun korrigieren auch andere führenden Wettermodelle ihre Prognosen nach oben. Behält sich das Omega-Hoch tatsächlich bis Ende Mai, passt wirklich alles zusammen: Berlins Freibäder werden wieder öffnen. Wer diese lieber meiden möchte, wird sich dann irgendwann auch in die Seen unserer Region stürzen können. Noch sind die Wassertemperaturen um die 13 Grad recht frisch, doch Badetemperaturen sind am Horizont erkennbar. Noch sehr kühl ist das Meereswasser an der Ostsee mit gerade einmal 10 Grad in Kühlungsborn und Usedom. Übrigens erwartet Wetterexperte Jung dann auch bis zu 15 Sonnenstunden täglich – bei ansteigender UV-Belastung heißt es dann: eincremen, die Haut bedecken und besser auch mal den Schatten aufsuchen.