Die Panda-Jungs Pit (vorne) und Paule haben neue Geschmacksgelüste.  Foto: Zoo Berlin

Her mit dem Bambus! Jetzt zeigen Pit und Paule, dass sie auch beim Fressen echte Pandas sind. Die einjährigen China-Bären-Zwillinge aus dem Berliner Zoo haben so langsam die Milch von ihrer Mutter Meng Meng satt. Den Zwillinge verlangt es nun nach richtiger Panda-Kost.

Den aufmerksamen Zoo-Besuchern dürfte es vielleicht schon aufgefallen sein. Mittlerweile sitzt Paule oft in einem der Baumwipfel im Freigehege und knabbert an frischen Bambusblättern. Auch sein Bärenbruder Pit hat die traditionelle Panda-Nahrung für sich entdeckt. Bisher verputzten nur ihre Eltern, Mutter Meng Meng und Vater Jio Qing, den Bambus. Und das in gigantischen Mengen – etwa 80 Kilogramm täglich holen die Tierpfleger aus der Kühlkammer innerhalb der Panda-Anlage.

„Nun werden wir uns wohl darauf einstellen müssen, noch ein paar Extrarunden beim Verteilen von frischem Bambus zu drehen, wenn nun auch Pit und Paule richtig auf den Geschmack kommen“, sagt Revierleiter Norbert Zahmel.

Dass die beiden Jungs seit Tagen nach dem schnell wachsendem Gras verlangen, hat einen Grund. Beim Nachwuchs der Pandas fallen ab dem achten Lebensmonat die Milchzähne heraus. Das neue, nun bleibende Gebiss mit den richtigen scharfen Zähnen dürfte sich auch bei Pit und Paule, die im August ein Jahr alt wurden, gerade verstärkt ausbilden. Und diese Beißerchen brauchen die Pandas auch, wenn sie ihre Lieblingsspeise vertilgen wollen.

Paule hockt in seinem Baum, lässt sich die Bambustriebe schmecken. Foto: Zoo-Berlin

Denn Bambus knabbert kein China-Bär so einfach mal weg. In Wahrheit ist die Graspflanze eine ganz schöne harte Nuss, die es zu knacken gilt. Dafür benutzen Pandas ihre scharfen Zähne, brechen damit die dicken Stangen, um an das saftige Innere des Bambus zu gelangen. Dann kommen die breiten Backenzähne der Bären zum Einsatz. Mit ihnen zermalmen sie die harten Bambusstücke. Für Pit und Paule dürfte das auch kein Problem sein. Sie besitzen schon fast die ausgezeichnete Beißkraft eines Pandas, „die zu den stärksten im Tierreich zählt“, so Zoo-Sprecherin Katharina Sperling.

Zum Bambusfuttern brauchen die China-Bären nicht nur gute Zähne. Sie besitzen auch eine Art zweiten Daumen, ein verlängerten Handwurzelknochen, mit dem die Tiere optimal die Bambusstangen greifen können.

Bei den Mahlzeiten zeigen sich Pandas auch noch als echte Feinschmecker. Denn nur 24 der über 1000 Bambusarten sind wirklich nach ihrem Geschmack. „Einen Großen Panda satt zu bekommen, ist gar nicht so einfach. Ihren Bambus lassen wir aus Südfrankreich anliefern, wo er klimatisch bedingt gut wächst“, sagt Zoo-Direktor Andreas Knieriem.

So ganz verzichten Pit und Paule aber noch nicht auf die nährstoffreiche Milch von Mama Meng Meng. Schließlich sollen sie als ausgewachsene Pandas in etwa vier Jahren jeweils 100 Kilogramm auf die Waage bringen. Derzeit sind die Zwillinge gerade jeweils 30 Kilogramm schwer. Komplett werden sie ihre Nahrung erst etwa in einem halben Jahr umgestellt haben, so Zoo-Sprecherin Sperling.