Auch Hunden macht die Hitze schwer zu schaffen. Foto: imago images / Jürgen Feichter

Die Temperaturen steigen, die Berliner durften in den vergangenen Tagen schon fleißig schwitzen - und auch für die Hunde und Katzen der Stadt beginnt nun wieder eine anstrengende Zeit. Wie in jedem Jahr warnen Tierschützer, die eigenen Tiere beispielsweise nicht allein im Auto zu lassen. Zu schnell kann der Wagen zur Todesfalle werden.

Schnell etwas einkaufen, den Hund derweil im Auto lassen - es ist zwar warm, aber der Wagen steht ja im Schatten. Wer so denkt, bringt sein eigenes Haustier ernsthaft in Gefahr. Angesichts der Temperaturen in den letzten Tagen warnen derzeit Tierschützer davor, Hunde und Katzen zu sehr der Wärme auszusetzen - wie jedes Jahr. „Und es ist leider auch jedes Jahr nötig“, sagt Annette Rost, Sprecherin des Berliner Tierheims, dem KURIER.

Denn immer wieder passiert es, dass Herrchen und Frauchen ihre Lieblinge im brütend heißen Wagen zurücklassen. „Wir hatten sogar schon einen Fall bei unserem Tag der offenen Tür. Wir mussten die Polizei rufen, die Einsatzkräfte brachen das Auto auf, um den Hund zu befreien.“ Es sei ein Irrglaube, dass es hilft, das Auto im Schatten abzustellen. „Denn die Sonne wandert - nach einer halben Stunde kann die Situation ganz anders sein.“ 

Das Auto wird zum Backofen auf Rädern

Schon ab 20 Grad Außentemperatur kann jedes Auto zu einem Backofen auf Rädern werden, heißt es in einer Mitteilung des Tierheims. „Innerhalb von 30 Minuten heizt es sich auf 38 Grad auf, nach einer Stunde sind es bereits 46 Grad im Wagen.“ Ist es draußen wärmer, gehe der Temperaturanstieg schneller vonstatten – „bei 30 Grad draußen sind es nach einer Stunde 60 Grad im Auto. Leicht geöffnete Fenster schaffen leider nicht genug Abhilfe“. Das große Problem: Normalerweise kühlt das Schwitzen den Körper, aber Hunde und Katzen haben ihre Schweißdrüsen nur an den Pfoten. „Sie kühlen sich beim Hecheln über die Zunge ab“, erklärt Rost.

Mit diesem dramatischen Clip machen die Tierschützer von „Peta“ auf das Leid der Tiere im Auto aufmerksam.

Video: Youtube

Doch das funktioniert in einem stickigen Auto nicht. Bereits ab 38 Grad im Wagen können Hunde einen Kreislaufkollaps erleiden. Wird es noch wärmer, droht ein Hitzschlag oder der Tod. Wer ein Tier in einem Auto entdeckt, sollte deshalb schnellstmöglich versuchen, den Besitzer zu ermitteln. Gelingt das nicht, können Polizei oder Feuerwehr gerufen werden. Sie dürfen den Wagen aufbrechen. Wer das auf eigene Faust tut, muss im Nachhinein auch für den entstandenen Schaden aufkommen.

Auch der warme Asphalt macht den Tieren zu schaffen

Nicht nur im geschlossenen Auto kann die Hitze für Hund und Katze gefährlich werden. „Tierhalter sollten für Spaziergänge auf jeden Fall auf die frühen Morgen- und die späten Abendstunden ausweichen, nicht in der Mittagshitze nach draußen gehen“, sagt Rost. Die pralle Sonne sollte gemieden werden, sie macht den Tieren zu schaffen - genau wie der warme Untergrund. „Wenn man mal die eigene Hand für ein paar Sekunden auf den aufgeheizten Asphalt legt, spürt man, wie heiß die Straße werden kann.“ Besser: Spaziergänge in Parks oder Wälder verlegen. Oder, wenn es überhaupt nicht anders geht, dem Haustier kleine Schühchen anziehen. 

Dass es dem eigenen Lieblings zu heiß wird, erkennt man nicht nur am Hecheln. „Manche Tiere wirken abwesend oder unruhig, es kann sogar dazu kommen, dass sie sich erbrechen“, sagt Rost. Dann gilt: Das Tier muss raus aus der Hitze. Herrchen und Frauchen sollten für Frischluft und Flüssigkeit sorgen, aber: „Das Wasser darf nicht eiskalt sein. Und auf keinen Fall sollten Hund oder Katze mit einem nassen Handtuch abgedeckt werden, dann entsteht ein Hitze-Stau.“ Besser ist es in jedem Fall, vorher für Linderung zu sorgen. Etwa mit Eis - darüber freuen sich auch Hunde. Naturjoghurt, Quark, Nassfutter oder Leberwurst verschaffen, gut eingefroren, Abkühlung. Und: Nicht nur Hunde und Katzen leiden. Auch Vogel-Volieren oder Nager-Ställe sollten niemals der prallen Sonne ausgesetzt sein.