Zeigen sich beim Spielen schon bärenstark: die Panda-Zwillinge Pit und Paule, die vor einem Jahr im Berliner Zoo zur Welt kamen. Foto:  dpa

So schnell kann es gehen. Pit und Paule, die niedlichen Panda-Zwillinge aus dem Zoo, werden Teenager. Dabei feiern die Bärenknaben am kommenden Montag gerade erst ihren ersten Geburtstag. Eine süße Überraschung ist geplant, für die der Zoo sogar einen Künstler engagiert hat.

Wie bei tierischen Geburtstagen üblich, gibt es eine Eistorte. Aber nicht irgendeine! „Als Überraschung lassen wir die Torte von einem Eiskünstler kreieren“, verrät Zoo-Sprecherin Katharina Sperling dem KURIER. Mal sehen, wie die Zwillinge auf das Geschenk reagieren werden.

Pit und Paule sind wahre Wunschkinder. Denn die Berliner erhofften sich seit Jahrzehnten, im Zoo endlich Panda-Babys bewundern zu dürfen. Mit den China-Bären Jiao Qing und Meng Meng, die 2017 nach Berlin kamen, klappte es. Nach tierischer Liebe und durch Menschenhand gesteuerte künstliche Besamung (man wollte auf Nummer sicher gehen) kamen am 31. August 2019 die Zwillinge auf die Welt. Eine Sensation, denn sie sind die ersten Pandas, die in einem deutschen Zoo geboren wurden.

Nackt, blind, taub und winzig: So sahen Pit und Paule 2019 kurz nach ihrer Geburt aus. Foto: dpa/Zoo Berlin

Offiziell erhielten sie die chinesischen Namen Meng Yuan („Erfüllter Traum“) und Meng Xian („Ersehnter Traum). Aber die typischen Berliner Namen Pit und Paule, die ihnen die Zoo-Pfleger gaben, setzten sich durch.

Corvin Schmohl ist einer von ihnen, der mit Kollegen aus China die Panda-Jungs seit ihrer Geburt betreut. „186 und 136 Gramm wogen sie damals, sahen eher wie kleine Nacktmulle als wie ein Panda aus“, sagt er. Das änderte sich rasch. Nun haben Pit und Paule mit jeweils etwa 30 Kilo ein Drittel des Gewichts ihrer Mutter erreicht.

Täglich werden sie größer – und frecher, so Schmohl. „Das geht schon in Richtung Teenager-Alter.“ Pit und Paule toben gerne im Freien herum, versuchen, Bambusblätter zu kauen. Auch Äpfel und Möhren naschen sie, erhalten aber immer noch die fettreiche und nahrhafte Muttermilch von Meng Meng.

Das sieht doch schon nach einem Panda aus: Nach einem Monat zeigten die Zwillinge bereits die typische Fellfärbung. Foto: dpa/Zoo Berlin

Bei ihren Unternehmungen geht jeder seinen eigenen Weg. Der jüngere Paule ist nach wie vor der Aktivere. Er lernte schneller laufen, ist ein kleiner Draufgänger, so wie die Mama. „Er hat zeitig sein eigenes Ding gemacht“, sagt Pfleger Schmohl. Pit dagegen hängt noch ab und zu am Rockzipfel der Mama, ist eher der gemütlichere Typ, so wie Papa Jio Qing.

Im Dezember 2019 wurden Pit (li.) und Paule erstmals anlässlich ihrer Namenstaufe im Zoo gezeigt.  Foto: dpa

Nicht nur an ihren Charakteren sind die Zwillinge gut zu unterscheiden. Auch an den Nasen, wie Schmohl erklärt. „Pit hat wie sein Vater ein längeres Schnäuzchen, Paule hat wie die Mutter eine kurze Nase.“ Und noch eins verrät der Pfleger: „Pit und Paule sehen plüschiger aus, als sie sind. Ihr Fell wirkt weich, ist aber eher matt und stumpf.“

Die Jungen, die wie ihre Eltern dem chinesischen Staat gehören, werden eines Tages Berlin verlassen müssen. „Aber es gibt noch keine Planung“, sagt Sprecherin Sperling. „Pit und Paule werden auch ihren zweiten, vielleicht auch ihren dritten Geburtstag im Zoo feiern.“

 Corvin Schmohl ist einer der Tierpfleger, betreut die Pandabär-Zwillinge Pit und Paule im Berliner Zoo. Foto: dpa