Die Bojen sind frisch gestrichen, der Sand ist gesiebt. Nur Badegäste gibt’s am Wannsee nicht. Foto: dpa

Der Startschuss für die Freibad-Saison 2020 war eine Fehlzündung: Das traditionsreiche Karfreitag-Anbaden im Strandbad Wannsee fiel der Corona-Krise zum Opfer. Schwimmbäder müssen vorerst zum Schutz der Bevölkerung geschlossen bleiben. Jetzt wackelt die ganze Sommerbad-Saison.

Die Strandkörbe am Wannsee standen schon bereit. Doch die Senatsverordnung zur Schließung aller Sportstätten machte den Badefreunden einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Das Strandbad Wannsee gilt trotz seiner Größe nicht als Park. So musste zum ersten Mal in der Geschichte der Bäderbetriebe das große Oster-Anbaden ausfallen. In der Vergangenheit hatte das Event sogar Eis und Schnee getrotzt.

Politische Entscheidung

Die Corona-Verordnung, die Berlins Bäder und Sportstätten zur Schließung zwingt, gilt zunächst bis 19. April. Doch ob die Freibäder danach öffnen dürfen, steht in den Sternen. Der Senat hält sich  bedeckt. Die Öffnung der Freibäder sei „eine politische Entscheidung“, sagte ein Sprecher der Bäderbetriebe der „taz“. Für Spekulationen sei es viel zu früh, heißt es bei der Innenverwaltung. Das klingt nicht gerade nach einer Hoffnungsbotschaft für Badegäste.

Für gewöhnlich starten nach dem Strandbad Wannsee das Prinzenbad, das Olympiasportbad und das Sommerbad Wilmersdorf in die Saison – Ende April oder zum 1. Mai. Das wäre schon in zwei bis drei Wochen.

Man kann sich natürlich alles schönreden: Trotz des warmen Wetters ist das Wasser noch bitterkalt. Die Wassertemperatur des Wannsees liegt bei rund 9 Grad. Doch schon bald wird sich das ändern. Und dann? Es gibt keinen „Plan B“, heißt es bei den Bäderbetrieben.

Öffnen nur Hallenbäder?

Denkbar wäre, dass vorerst nur Hallenbäder öffnen, weil die Besucherzahlen dort leichter zu beschränken sind als in Freibädern. Eine andere Variante wären Ausnahmeregelungen, etwa für den Wannsee. Das Gelände hat einen rund einen Kilometer langen Strand. Badegäste könnten dort den nötigen Corona-Abstand einhalten.

Sollten neben den Bäderschließungen auch die Reisebeschränkungen im Sommer noch gelten, droht den Berlinern eine harte Probe. Vielen bliebe bei Hitze nur eine kalte Dusche.