Feuerwehrleute im Einsatz bei einem Wohnungsbrand Foto: imago

Wegen der Corona-Krise wird die Berliner Feuerwehr weniger gerufen.  „An manchen Tagen haben wir schätzungsweise bis zu zehn Prozent weniger Einsätze“, sagte Feuerwehrsprecher Thomas Kirstein am Dienstag der Berliner Zeitung.

Aufgrund der Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen gibt es unter anderem weniger Verkehrsunfälle, bei denen die Feuerwehr Verletzte versorgen oder auch Ölspuren auf Fahrbahnen beseitigen muss. Auf Null zurückgegangen sind die Zahlen der Unfälle in Schulen, weil die Einrichtungen geschlossen sind. Weil auch die Clubs dichtmachen mussten, gibt es derzeit so gut wie keine Partyszene. Damit einher geht auch, dass der Rettungswagen weniger wegen Suff-Prügeleien, Alkohol- oder Drogenvergiftungen gerufen wird.

Abgenommen hat auch die Zahl der Wohnungsbrände. Denn die meisten Menschen sind jetzt zu daheim und passen auf. „Im Moment sind wir ganz gut aufgestellt“, sagte Kirstein.  Weil momentan der Ausbildungsbetrieb an der Feuerwehrschule ruhe, seien dort Mitarbeiter frei geworden, die zusätzlich auf den Wachen eingesetzt werden. Inzwischen ist auch eine ganze Reihe von Feuerwehrleuten zurück aus der Isolation, sieben sind von der Erkrankung genesen. Seit dieser Woche ist auch wieder die Feuerwache Marzahn wieder voll arbeitsfähig. 31 Mitarbeiter mussten dort im März zwischenzeitlich in Quarantäne, weil einer ihrer Kollegen erkrankt war, der obendrein noch Kontakt zu Patienten hatte.

Neuer Corona-Fall in der Feuerwache Wittenau

Grund zur Entspannung sieht Kirstein allerdings nicht. Bei einer Zunahme der Covid-19-Erkrankungen rechnet die Feuerwehr auch damit, dass mehr Intensivpatienten verlegt werden müssen. Dies wird nötig sein, um Corona-Patienten von anderen Patienten zu trennen. „Solche Intensivverlegungen, bei denen immer ein Arzt dabei ist, sind sehr aufwändig und kosten Zeit“, so Kirstein. Es gebe hohe Anforderungen an die Schutzkleidung und die Hygiene. Um auf die Welle vorbereitet zu sein, hat die Feuerwehr mehrere normale Rettungswagen zu Intensivtransportwagen umgerüstet.

Bei der Feuerwehr waren bis zum Montag elf Mitarbeiter an Covid-19 erkrankt. 27 sind in amtsärztlich angeordneter Quarantäne und 60 in ärztlich empfohlener Selbstisolation, hinzu kommen vier Urlaubsrückkehrer aus Corona-Gebieten, die sich ebenfalls noch vom Dienst fernhalten.

Seit Dienstag hat die Feuerwehr einen neuen Corona-Fall: In der Feuerwache Wittenau erkrankte ein Feuerwehrmann. Zurzeit werden dessen Kontaktpersonen ermittelt. „Es ist damit zu rechnen, dass wieder die gesamte Wachabteilung in Quarantäne muss“, sagte Kirstein.