Die Schauspieler Peter Foyse und Katharina Küpper sind ins Weißwurst-Geschäft eingestiegen. Foto: Markus Wächter

Wenn Peter Foyse auf sein Lastenfahrrad steigt, trägt er grundsätzlich Lederhose und ein Trachtenhemd. Man könnte meinen, dass der Schauspieler für eine Film- oder Serienrolle in diesem Outfit durch die Gegend fährt. Doch für Foyse gehört es zum Rundum-Erlebnis, wenn er sein Weißwurstfrühstück in bayrischer Montur an der Haustür an Kunden übergibt.

Gemeinsam mit seiner Frau Katharina Küpper, an deren Seite er in der Telenovela "Hanna - Folge deinem Herzen" mitgespielt hat, hat Foyse das Start-up „HeimatFoods“ gegründet. Weil Foyse gebürtig aus München stammt und Weißwurst liebt, lag der Gedanke nahe, einen Weißwurstfrühstück-Lieferservice in Berlin aufzuziehen. Gerade am Anfang der Corona-Krise herrschte in der Filmbranche eine große Auftragsflaute. Zeit, die Küpper und Foyse nutzten, um an Berlins erstem bayrischen Zero Waste Bio Lieferservice zu arbeiten, wie sie sagen.

Mit dem Lastenfahrrad liefert Peter die Weißwurstkisten an Kunden aus.
Foto: Markus Wächter

Seit einigen Wochen bieten sie ihre mit bayrischen Schmankerln vollgepackten Holzkisten in verschiedenen Variationen an. In der Kiste für zwei Personen enthalten sind zwei Brezeln, Butter, ein Bund Radieschen, süßer Senf, zwei Getränke nach Wahl und natürlich das Herzstück: ein Weckglas mit vier Bio-Weißwürsten. Küpper lässt sie für jede Bestellung frisch in einem Sud warm werden, Foyse holt sie aus der Küche eines befreundeten Gastronomen, in der die beiden derzeit die Kisten vorbereiten, ab und liefert sie aus. Aktuell umfasst das Liefergebiet einen Umkreis von drei Kilometern rund um die Küche in der Marienburger Straße im Prenzlauer Berg. Ein Mindestbestellwert soll die Lieferung nun aber auch in andere Kieze ermöglichen.

33 Euro kostet die Variante für zwei Personen. Neben den Produkten erhält man zusätzlich Teller, Besteck, Gläser und Stoffservietten. Nicht umsonst ist die Kiste mit allem, was es für eine Mahlzeit braucht, ausgestattet. „Wir wollen den Menschen eine Auszeit verschaffen. Sie sollen die Zeit genießen und mit der Familie oder Freunden am besten stundenlang zusammensitzen. Wir stellen dafür ein Komplettpaket zusammen, mit dem man keine Arbeit hat“, sagt Küpper.

Weißwurst, Brezel, Radieschen, Butter, süßer Senf und Bier: alles, was es zu einem traditionellen bayrischen Frühstück braucht. Foto: Markus Wächter

Auch eine Luxus-Kiste haben die beiden im Angebot. Wer 95 Euro zahlt, bekommt die „Münchner Schickeria“ geliefert. Darin liegt neben den Produkten der klassischen Variante für zwei Personen zusätzlich Bio-Obazda, eine extra Brezel, zwei Croissants mit Butter und Marmelade sowie eine Flasche Champagner mit zwei passenden Kelchen. An die Kleinsten wurde ebenfalls gedacht. Für fünf Euro bekommen Kinder die „Zwergerlkistn“ mit einer Brezel, einem Getränk mit Strohhalm und einem Vorlesebuch in einer eigenen kleinen Holzkiste.

Der Lieferservice von Küpper und Foyse setzt nicht nur auf hohe Qualität bei den Speisen, sondern auch auf Nachhaltigkeit. „Wichtig ist uns, dass die Produkte zu 95 Prozent Bio sind und dass wir keinen Müll produzieren“, sagt Foyse. Zu diesem Zweck sammelt er die Weißwurstkisten am selben Abend wieder bei den Kunden ein und reinigt alles für die nächste Bestellung. „Wir verabreden einen Zeitpunkt. Entweder sind die Leute dann persönlich da oder sie stellen die Kiste einfach vor die Haustür“, sagt Foyse. „Um den Zero Waste Gedanken mit unseren Kunden zu leben, verbinden wir das Abholen immer noch mit einem kleinen Geschenk wie einem Lebkuchenherz oder einer Gutscheinkarte.“

Die Schauspielerei wollen Küpper und Foyse für ihre Weißwurstkisten nicht an den Nagel hängen. Noch mehr Zeit als ohnehin wollen die beiden aber künftig in ihr Start-up investieren. Neben der bayrischen Kiste soll es bald auch weitere regionale Kisten aus Deutschland geben. Aktuell testen sie eine hessische Kiste und eine schwäbische Kiste mit Maultaschen und Kartoffelsalat ist ebenfalls in Planung. Damit dürfte Foyse wohl besonders oft im Prenzlauer Berg an Haustüren klingeln.