Magdalena saß gestern wegen Trickdiebtahls in mehren Fällen vor Gericht. Foto: BK

Moabit - Wenn Magdalena S. (39) ins Restaurant ging, dann hatte sie für die Speisekarte keinen Blick: Raffiniert klaute sie teure Handys von Tischen. Vor der Richterin jammerte sie: „Ich hatte Hunger.“

Sie wurde vor vier Wochen geschnappt und schmorte seitdem in Untersuchungshaft. Mitleid wollte die Rumänin nun erwecken, seufzte: „Entschuldigung, aber ich hatte nichts zu essen, kein Geld.“ Ein „Mundraub aus Hunger“? Die Staatsanwältin konterte: „Dann klaut man Lebensmittel.“ Magdalena S. sei vielmehr eine Profi-Diebin, die ganz gezielt hochwertige Handys von Restaurant-Tischen einsackte.

Richterin resolut: „Ich hoffe, Sie lassen sich hier nicht mehr blicken“

Ihre „Spezialität“ waren beliebte Lokale in Prenzlauer Berg und Mitte. Ab 8. Februar langte sie immer wieder zu. Mal in Begleitung einer Komplizin, mal allein. Trickreich wurden Gäste abgelenkt. Ein kurzer Moment reichte, um geschickt ein Telefon einzustecken. Am Nachmittag des 6. März hatte Magdalena S. gerade ein 1200 Euro teures Gerät erbeutet, als sie entdeckt und der Polizei übergeben wurde. Nicht mittellos war die Rumänin mit bereits zwei Vorstrafen wegen Handy-Diebstahls: 100 Euro hatte sie in der Tasche. Angeblich hat die das Klauen nun endgültig satt: „Ich werde es nie wieder tun, will zurück nach Rumänien.“

Hier lesen Sie: Mordprozess: Als der Geliebte schimpfte, stach Hamid mit dem Küchenmesser zu >>

Auf Bewährung hoffte sie. Die Richterin aber folgte der Anklägerin: „Zehn Monate Gefängnis. Das ist nicht Ladendiebstahl, sondern professionell aufgezogen.“ Eine gute Nachricht gab es dennoch für die Angeklagte: Der Haftbefehl wurde aufgehoben. Damit kam sie zunächst frei. Magdalena S. strahlte. Doch Pech für die Diebin: Cafés und Restaurants sind wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Die Richterin mit klaren Worten: „Ich hoffe, Sie gehen in Ihr Heimatland und lassen sich hier nicht mehr blicken.“