Bund und Länder haben eine Reihe von Lockerungen der coronabedingten Beschränkungen in Deutschland beschlossen. Die strengen Kontaktverbote sollen aber grundsätzlich bis Anfang Mai 2020 weiter gelten. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Am Dienstag entscheidet der Berliner Senat, wann erste Geschäfte und Kulturbetriebe in der Hauptstadt wieder öffnen dürfen. Der Handel rechnet damit, dass es schon am Mittwoch losgehen kann. Denn: Genau dieser Beschluss wurde bereits in Brandenburg gefasst – und beide Länder sprechen sich ab. Die Brandenburger Neuregelungen lassen erahnen, was Berlin jetzt bevorsteht.

Vier Wochen nach dem Start der Corona-Beschränkungen hat Brandenburg erste Lockerungen beschlossen. Kleinere Läden dürfen ab Mittwoch wieder öffnen – auch in Einkaufszentren. Das gilt für Geschäfte von bis zu 800 Quadratmetern Verkaufsfläche oder bei einer Verkleinerung auf diese Fläche.

Tattoo-Studios bleiben geschlosen

Auto-, Fahrrad- und Buchhändler können ab Mittwoch ebenfalls wieder öffnen. In Berlin waren Buch- und Radgeschäfte vom Shutdown ausgenommen. Friseure dürfen in Brandenburg ab 4. Mai wieder aufmachen, aber nicht Kosmetikstudios, Massagesalons, Tätowierer und andere „körpernahe“ Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe.

Beim Einkaufen und in den „Öffis“ empfiehlt die Landesregierung dringend das Tragen von Schutzmasken – das müssen aber keine medizinischen sein. Eine Pflicht wie in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern gibt es nicht. Die Abstandsregel von 1,50 Metern wurde bis zum 8. Mai verlängert. Sie ist auch beim Shoppen unbedingt zu beachten.

Galerien öffnen unter Auflagen

Geld ausgeben und Kultur genießen dürfen die Brandenburger ab Mittwoch wieder in Galerien, Museen und Ausstellungshallen. Sie öffnen unter Hygiene- und Sicherheitsauflagen. Verboten bleiben touristische Übernachtungen und Events in Sportvereinen. Bars, Restaurants und Clubs bleiben dicht.

Regierungschef Dietmar Woidke (SPD) weist darauf hin, dass die Brandenburger Entscheidungen mit Berlin abgestimmt wurden. Er betont aber auch, dass es Unterschiede geben könne. Allzu groß dürfen sie, wenn am Dienstag der Berliner Senat entscheidet, aber nicht ausfallen. Denn es muss etwa vermieden werden, dass Berliner in Scharen zum Shopping nach Brandenburg gelockt werden – oder umgekehrt. (mit dpa)