Dagmar Tabbert ist die Wirtin vom Lokal Neu-Helgoland, hat so manche Krise überstanden, wie den Brand 2017. Foto: Drescher

 

Die Gäste fühlen sich wohl, die Konzerte der Ost-Stars sind legendär. Im „Neu-Helgoland“, das eines der schönsten Ausflugslokale in Köpenick ist. Das es noch existiert, ist dem Kampfeswillen der Wirtin Dagmar Tabbert zu verdanken. Zwei Bränden überstanden sie und ihr Lokal an der Müggelspree. Jetzt kämpft Tabbert gegen die Corona-Krise an.

Seit 1897 gibt es „Neu-Helgoland“. Tabberts Urgroßvater Wilhelm Fröhlich hatte das Lokal eröffnet. Es machte schon oft stürmische Zeiten durch. Wie im Januar 2002, als ein duch Brandstiftung verursachtes Großfeuer das ursprüngliche Lokal zerstörte. Tabbert baute mit Hilfe der Köpenicker, von Künstlern und dem Bezirk Restaurant (400 Plätze) und Hotel (elf Zimmer) originalgetreu auf. 

Vor fast drei Jahren stand Neu-Helgoland ein zweites Mal in Flammen. Nach einer Feier brach am 18. Juli 2017  kurz vor Mitternacht das Feuer aus. Das Dach des Haupthauses und ein Nebengebäude brannten. Der Schaden war enorm. Wirtin Tabbert gab nicht auf. „Dank vieler Helfer, den Benefizkonzerten der Künstler und der Unterstützung der Ämter haben wir auch diesen Wiederaufbau geschafft“, sagte sie.

Etwa 100 Feuerwehrleute waren im Einsatz, als das Lokal „Neu-Helgoland“ im Juli 2017 brannte. Foto: dpa

Nun kämpft die Wirtin, wie viele in der Berliner Gastroszene und Hotelerie, gegen die Corona-Krise. Es geht um die Existenz. Vielen Unternehmen droht durch die wochenlange Schließung die Insolvenz. Die Betriebe hätten bis zu 80 Prozent ihrer Umsätze in dieser Zeit eingebüßt, so der Branchenverband Dehoga.

Auch „Neu-Helgoland“ musste schliessen. Keine Gäste, das brachte Verluste. Nicht einmal die beliebten Konzerte mit Ost-Stars wie Angelika Mann oder Dirk Zöllner durften wegen Corona-Maßnahmen  stattfinden. Doch Dagmar Tabbert gibt so schnell nicht auf. Seit Mitte Mai hat ihr Lokal wieder auf, will mit ihren zehn Mitarbeiter nun auch die jetzige Krise meistern.

Doch ohne Hilfe der Politik geht das nicht. Das kommt zur Sprache, als am Donnerstag prominente Gäste bei der Wirtin an der Müggelspree eintreffen. Es ist das neue Traumpaar der Berliner SPD: Bundesfamilienministerin Franziska Giffey und Fraktionschef Raed Saleh, die im Dezember als die neuen Landeschefs der Hauptstadt-Sozialdemokraten gekürt werden sollen. „Neu-Helgoland“ ist nach dem Spandauer BMW-Motorradwerk die zweite Station ihrer Vorstellungstour durch Berlin. 

Für Saleh und Giffey seien nicht nur die Nöte der Gastronomen in der City wichtig, sondern auch die der Lokal-Betreiber am Stadtrand. „Die Gastronomie macht, neben der Kultur, das Berliner Leben aus. Deswegen sind wir hier, um ein Zeichen zu setzen,“ sagt Giffey. Saleh spricht über ein neues Sofort-Hilfeprogramm. 500 Millionen Euro soll es bald für Berlins Mittelständler geben. Davon könnte auch Wirtin Tabbert profitieren. 

Bei dem Treffen ist Bezirksbürgermeister Oliver Igel (SPD) dabei. „Gut, dass die Gastronomen so motiviert sind, sich aus der Krise zu kämpfen“, sagt er. „Wir müssen ihnen helfen.“