Were einen Schneemann bauen möchte, wird wohl bis zum Ende des Jahres warten müssen. Foto: imago images/Olaf Wagner

Sollte es in diesem Winter nicht mehr schneien, wäre das eine Premiere! Berlin   hätte dann der ersten Winter ohne Schnee seit Aufzeichnungsbeginn 1908 hinter sich. Meteorologe Dominik Jung von wetter.net sagt: „Sicher, es gab ein- bis zweimal Schneeregen, mehr ist aber nicht passiert.“

Seit 112 Jahren wird in der Station in Dahlem das Wetter aufgezeichnet. Und es gab seitdem immer weiße Flocken von Frau Holle – wenn auch manchmal nur wenige. Das Minimum vergangener Jahre lag bisher bei drei Tagen mit Schneefall und fünf, an denen morgens eine geschlossene Schneedecke lag. Die Winter 2006/07 und 2018/2019 waren besonders mild und arm an Schnee.

Dieses Minimum ist jetzt noch mal unterschritten worden. Der Deutsche Wetterdienst bestätigt: Mit 5,1 Grad Durchschnittstemperatur war dieser Winter der wärmste in Berlin. Meteorologe Dominik Jung rechnet nicht damit, dass im März oder April doch noch Schnee kommt. Und in ein paar Tagen ist auch schon kalendarischer Frühlingsanfang.

Experten rechnen mit Temperaturen über zehn Grad

„Wir hatten in diesem Winter eine Westwindwetterlage. Die Tiefs vom Atlantik kamen mit ihrer warmen Luft zu uns. Es war nicht immer sonnig, dafür immer mild“, erklärt er. Auch in den kommenden Tagen soll es sehr warm werden, auch wenn die Sonne sich noch zurückhält.

Für Mittwoch und Donnerstag rechnet der Experte mit Temperaturen von zehn Grad plus und mehr. In der Woche drauf, also ab dem 14. März, soll es wieder etwas kühler werden.

Sorgen   müsse man sich noch nicht machen, so Jung. „Um von einer Klimaerwärmung zu sprechen, bräuchte man eine Langzeitbeobachtung“. Doch der zweitwärmste Winter ist nur 13 Jahre her. 2019 wurde die 40-Grad-Marke   geknackt. „Einen Zusammenhang kann man da schon herstellen.“