Auf der Kinderintensivstation wurde Schutzausrüstung gestohlen. Foto: imago images / Schöning

Wer die Schwächsten beklaut, kranke Kinder, die auf der Intensivstation um ihr Leben kämpfen, der muss das Corona-Virus nicht mehr fürchten. Bei so dreisten Dieben ist sowieso alles verloren.

Die B.Z. berichtete als erste von dem Vorfall: Auf einer Charité-Station, auf der Neugeborene mit unheilbaren Hirntumoren behandelt werden, wo leukämiekranke Kinder liegen, deren Immunsystem für Stammzelltransplantationen heruntergefahren wurde, dort, wo kleine Patienten ums Überleben kämpfe – in diesem sensiblen Bereich wurden große Mengen an Sterilgut entwendet.

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Apothekerkammer warnt

Unbekannte haben erhebliche Mengen Desinfektionsmittel, Atemschutzmasken, Handschuhe und Schutz-Bekleidung aus einem Raum der Kinderintensivstation 39 i des Virchow-Klinikums entwendet. Eine Sprecherin bestätigte den Vorfall gegenüber dem KURIER. Es seien Maßnahmen ergriffen worden, damit sich dies nicht wiederhole.

Auch anderswo grassieren Egoismus oder Geschäftssinn. Auch in DRK-Kliniken ist in den vergangenen Tagen Desinfektionsmittel entwendet worden. Menschen pumpen Flüssigkeit ab oder demontieren Spender. Die Apothekerkammer warnt indes davor, Desinfektionsmittel selbst herzustellen. Haushalte mit gesunden Menschen brauchten im Moment auch keine größeren Mengen betonte sie.

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Desinfektionsmittel: „Auch die Rohstoffe sind zurzeit leider knapp“

Apotheken dürfen nach Angaben der Kammer seit Mittwoch durch eine Ausnahmegenehmigung bis Ende August Desinfektionsmittel herstellen. Aber: „Auch die Rohstoffe sind zurzeit leider knapp“, so Präsidentin Kerstin Kemmritz.