Vor den Sommerferien sollen alle Schüler noch mal in die Schule kommen. Foto: imago

Normalität wird es für Deutschlands elf Millionen Schüler so schnell nicht geben: „Normaler Unterricht wird vor den Sommerferien nicht mehr möglich sein“, sagt Stefanie Hubig (SPD), Bildungsministerin von Rheinland-Pfalz und Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK). „Wir wollen aber, dass alle vor den Sommerferien noch mal in die Schule kommen, tage- oder wochenweise“, so Hubig. Über das Rahmenkonzept für die Wiederaufnahme des Unterrichts, auf das sich die Bildungsminister der Länder geeinigt haben, werden am Donnerstag zunächst noch
Bundeskanzlerin Angela Merkel(CDU) und die Länderregierungschefs beraten.

Fokus stärker auf sozial benachteiligte Schüler

Klar ist aber: Nachdem die KMK vor zwei Wochen für die erste schrittweise Rückkehr zum Unterricht noch ein einheitliches Vorgehen vereinbart hatte – Rückkehr an die Schulen ab 4. Mai, Klassen, die im kommenden Schuljahr die Schule abschließen und die höchsten Grundschulklassen zuerst – wird es den Ländern nun in wesentlichen Teilen selbst überlassen, wie sie weiter vorgehen wollen.

>> Lesen Sie hier unseren Corona-Newsblog

Berlins Schulsenatorin Sandra Scheeres (SPD) sagt, sie habe sich in der KMK dafür eingesetzt, den Fokus stärker auf sozial benachteiligte Schüler zu legen. Für Schüler, die es besonders schwer hätten, zu Hause zu lernen, sollen Berliner Schulen „pädagogische Präsenzangebote“ machen, so Scheeres – und kündigte an, anders als die Notbetreuung wären diese Angebote für die Betroffenen dann verbindlich. Wie das rechtlich und organisatorisch aussehen wird und wann genau es losgehen wird, soll allerdings erst in den nächsten Tagen geklärt werden.

Lesen Sie hier: Corona-Lockerungen: Hurra! Endlich wieder Schule

Unterricht in Schichten oder Blöcken

Wie es an Berliner Schulen in den nächsten Wochen genau weiter geht, wird sich also noch zeigen müssen: Kommende Woche kehren zunächst die 9. und 12. Klassen an die Sekundarschulen, die 11. Klassen an die Gymnasien und die 6. Klassen an die Grundschulen zurück. Scheeres deutet außerdem an, als nächstes die fünften Klassen in den Blick nehmen zu wollen. Ansonsten werde es für die Rückkehr zum Unterricht keine einheitliche Lösung für alle Schulformen geben können, sagte Scheeres.

Denkbar sei Unterricht in Schichten oder Blöcken – an vielen Schulen durch die Rückkehr der Zehntklässler schon in dieser Woche Realität. „Es werden verschiedene Konzepte erarbeitet und die diskutieren wir mit den Schulleiter- Verbänden“, sagte Scheeres.

Die Senatorin wollte sich darüber hinaus auch nicht festlegen, dass jeder einzelne Berliner Schüler noch in diesem Schuljahr an mindestens einem Tag zurück an seine Schule kommen können wird.