Vor der Panda- Villa im Zoo, wo sonst sich die Besucher drängelten, ist es leer. Foto: AFP

Berlin - Durch Corona sind Zoo, Aquarium und Tierpark von erheblichen Finanz-Einbußen betroffen. Seit drei Wochen sind sie zu. Die wichtigste Einnahmequelle, die Besucher-Eintrittsgelder, sprudelt nicht mehr. Nur die Kosten blieben. Denn der Betrieb zur Versorgung der über 30.000 Tiere geht weiter, verschlingt in den drei Einrichtungen täglich 140.000 Euro.

Pro Woche summiert sich das auf 980.000 Euro. Das entspricht etwa der Leihgebühr, die der Zoo jährlich für die Pandas Meng Meng und Jiao Qing an China zahlt – finanziert vor allem aus Eintrittsgeldern. Die China-Bären mit  Nachwuchs Pit und Paule hätten zu Ostern viele Berliner und Touris in den Zoo gelockt und die Kassen klingeln lassen.

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Das scheitert nun an Corona. Auch das Aquarium bleibt verwaist. Ebenso der Tierpark, wo nun zu Ostern die geplante Eröffnung des sanierten Alfred-Brehm-Hauses (8,2 Millionen Euro Umbaukosten) nicht stattfindet.  Die dortige „Regenwaldwelt“ wäre die Besucherattraktion zu den Feier- und Ferientagen gewesen.  

Diees Panda-Junge und sein Bruder sollten zu Ostern die Zoo-Besucher anlocken. Foto: dpa

„Die aktuelle Situation ohne jegliche Einnahmen stellt uns wirklich vor enorme Herausforderungen“, sagt Direktor Andreas Knieriem. Der Zoo als Aktiengesellschaft und seine 100-prozentige Tierpark-Tochter zahlen anfallende Kosten aus eigener Tasche. Landesgelder gibt es nur etappenweise für das Millionen-Umbauprogramm des Tierparks.

Wie hoch die Einbußen genau sein werden, könne man noch nicht sagen, solange man nicht wisse, wie lange die Krise dauert, so Sprecherin Christiane Reiss. Jörg Junhold, Chef des deutschen Zoo-Verbandes VdZ, zu denen auch die Berliner Einrichtungen gehören, schätzt: „Man kann davon ausgehen, dass ein großer Zoo derzeit einen Umsatzverlust von 500000 Euro pro Woche zu verkraften hat.“ Er bat den Bund, ein Sofort-Hilfeprogramm in Höhe von 100 Millionen Euro aufzustellen.

Wie lange Tierpark und Zoo in Berlin den Druck aushalten? Es wird bereits staatliche Hilfe genutzt. Für einen Teil der Belegschaft (Kassenbereich oder Verwaltung) wurde Kurzarbeit angemeldet. Direktor Knieriem hofft, „dass wir diese schwierigen Zeiten bald überstanden haben“. Er dankt den Berlinern, die auch in der Corona-Krise Zoo und Tierpark nicht im Stich lassen. Sie zahlten bereits 15.000 Euro auf ein Spendenkonto ein.