Menschen stehen vor der Corona-Untersuchungsstelle der Charité-Schlange.

Vor der Tür der Untersuchungsstelle der Charité warten um 11 Uhr mehr als 30 Männer und Frauen. Die meisten tragen Mundschutz, andere halten sich Pullover oder Schals vor den Mund. Manche husten. Sie wurden von ihren Hausärzten und sogar von anderen Kliniken hergeschickt – zur einzigen großen Teststelle Berlins für das Coronavirus.  Doch die Ärztin, die gerade aus der Tür tritt, hat schlechte Nachrichten: „Wir haben gestern zwölf Stunden durchgearbeitet“, sagt sie. Das Personal täte sein bestes – doch die Kapazitäten seien komplett ausgeschöpft. „Selbst wenn wir jetzt weitere Wartemarken verteilen – es macht keinen Sinn. Sie haben keine Chance darauf, heute noch getestet zu werden.“

Wer keine Symptome zeige, wer sich „keine ernsthaften Sorgen“ mache, der solle jetzt nach Hause gehen, sich selbst isolieren, solle viel lüften, oft Hände waschen.   Ein Mann erzählt, er habe heute Morgen – ohne es zuerst zu wissen – mit einer Kontaktperson eines Infizierten Kaffee getrunken. Der stehe im Übrigen nicht unter Quarantäne, sondern arbeite heute an einer Tankstelle. Was jetzt? „Heute Morgen?“, fragt die Ärztin. „Gehen Sie nach Hause, bleiben Sie dort.“

Ein Test mache keinen Sinn, dafür sei es zu früh. Die Untersuchungsstelle der Charité zeigt zurzeit unfreiwillig und unverschuldet, woran es in der Corona-Prävention in Deutschland hakt. Erstens wissen viele Menschen nicht, ob sie sich überhaupt testen lassen müssen oder nicht. Übel nehmen kann man es ihnen nicht – die Gesundheitsverwaltung selbst hat dazu bereits falsche Empfehlungen ausgesprochen. Die Charité stellt klar: Testen lassen sollen sich jene, die Symptome einer „akuten Atemwegsinfektion“ aufweisen – und die zuvor  in einem der Risikogebiete waren Kontakt zu einem bestätigten Corona-Fall hatten.