Matthias Steuckardt (CDU) will Bürgermeister von Tempelhof-Schöneberg werden. Foto: CDU Tempelhof-Schöneberg

Der Kreisparteitag der CDU Tempelhof-Schöneberg hat ihren homosexuellen Stadtrat Matthias Steuckardt (41) als Kandidaten für das Amt des Bezirksbürgermeisters nominiert. Er soll bei der Wahl 2021 gegen Amtsinhaberin Angelika Schöttler (SPD) antreten.

Steuckardt, seit Februar 2020 Stadtrat für Bildung, Kultur und Soziales, war 2011 in die Bezirksverordnetenversammlung gewählt worden, führte seit 2016 die CDU-Fraktion an. Von 2007 an wurde er nacheinander Landesgeschäftsführer, Regionalvorsitzender Ost und Vorsitzender der Lesben und Schwulen in der Union (LSU). Jetzt ist er dort noch Beisitzer im Vorstand.

Marcus Schneider, Vorsitzender der  LSU Tempelhof-Schöneberg: „Mit der Nominierung gibt es das erste Mal eine realistische Chance, dass der Regenbogenkiez einen schwulen Bezirksbürgermeister bekommt. Matthias Steuckardt hat in seiner Rede auf dem Kreisparteitag deutlich gemacht, dass er diesen Bezirk nicht – wie die aktuelle Bürgermeisterin – lediglich verwalten, sondern mit voller Kraft gestalten möchte.“

Der im thüringischen Bad Langensalza gebürtige Steuckardt wolle unter anderem den Schöneberger Regenbogenkiez aufwerten. Kriminalität und Müll sollten konsequent beseitigt werden. Dabei soll der Kiez weiter quirlig bleiben – die Mischung aus Bars, Cafés, Clubs und Restaurants sowie Einzelhandel sollten im Ausgleich mit der Anwohnerschaft erhalten werden. Beispielsweise setze er sich laut Schneider dafür ein, dass der seit Jahren als Kriminalitätsschwerpunkt bekannte Spielplatz Eisenacher-Ecke Fuggerstraße mit einem „Regenbogenhaus“ bebaut wird,  einem Gebäude, in dem Vereine und Institutionen der Szene ein neues und gemeinsames Zuhause finden können.

In der BVV Tempelhof-Schöneberg hat die SPD gegenwärtig 15 Sitze, gefolgt von den Grünen (13) und der CDU (12). Die AfD hat 6, die Linke 5 und die FDP 4 Sitze.