Ein verwaister Bahnsteig im U-Bahnhof Alexanderplatz Tobias Schwarz / AFP

Leere Züge, leere Kassen. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben eine erste Zwischenbilanz zur Coronakrise gezogen. Doch immer noch beschweren sich Fahrgäste, dass Bahnen und Busse zu voll sind.

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„Die Fahrgastzahlen sind um 70 bis 75 Prozent zurückgegangen“, sagte Betriebsvorstand Rolf Erfurt dem Berliner KURIER. Die Fahrgeldeinnahmen seien sogar noch stärker gesunken: „quer durch all unsere Tarifangebote bis zu 90 Prozent“.   Zwar hält sich die Zahl der BVG-Mitarbeiter, die positiv auf das Virus getestet wurden, in Grenzen. Bislang wurden drei Fälle bekannt, bei insgesamt fast 15 .000 Beschäftigten. Doch der Krankenstand ist gestiegen.

Rolf Erfurt (47) ist seit Oktober 2019 Betriebsvorstand des Landesunternehmens. Foto: Gerd Engelsmann

„Im März liegt er über das gesamte Unternehmen verteilt bei rund 15 Prozent. Je nach Berufsgruppe liegt er zwischen 13 bis zu 25 Prozent.“ Die Zahlen sind höher als bei einer Grippewelle, gegenüber dem bisherigen Durchschnitt  fast doppelt so hoch, sagt Erfurt. Die U5 gehört zu den Linien, deren Fahrgäste sich über volle Wagen beschweren. Die BVG setze die Gesundheit der Fahrgäste aufs Spiel, klagte eine Nutzerin, die regelmäßig gegen 6.20 Uhr an der Magdalenenstraße zusteigt.

„Die U-Bahn kommt bereits sehr voll an. Die Sitzplätze sind fast alle besetzt, und die Stehplätze sind auch gut genutzt. Der empfohlene Sicherheitsabstand ist so überhaupt nicht einzuhalten.“ Die BVG hat ihr Fahrtenangebot verringert, bestätigt Erfurt. Doch mit 13 Prozent blieb die Reduzierung hinter der Abnahme der Fahrgastzahlen zurück. Auch wurde auf Kritik reagiert, betont er. „Wir sind dabei, beispielsweise die Anzahl der Verstärkerfahrten bei der U-Bahn zu erhöhen. Ebenso im Blick haben wir eine Verstärkung einzelner Busverbindungen zu den Krankenhäusern, insbesondere zum Schichtwechsel.“  „Um es klar zu sagen: Die Anpassungen unserer Leistung haben wir nicht aus wirtschaftlichen Gründen vorgenommen“, so der BVG-Manager. „Wir müssen in der aktuellen Situation mit Bedacht mit unserem Personal und Material umgehen und können nicht auf Verschleiß fahren.“