Hier werden die  Helden gebührend verabschiedet.  Foto: Engelsmann

Die ersten 35 Kilometer der 15.000 Kilometer langen Strecke sind sie bereits geradelt. Seit Samstag sind die Berliner Sven Marx (52) und Jürgen Pansin (63) in Fahrt.  Die zwei Helden mit Handicap haben ein großes Abenteuer vor sich: Bis zum 25. August, pünktlich zu den Paralympischen Spielen, wollen sie mit dem Tandem Tokio erreichen.

Bei 4 Grad plus und Nieselregen starteten Sven Marx und Jürgen Pansin Samstagmorgen am Brandenburger Tor zum Antonplatz nach Weißensee. Begleitet von einer Polizei-Eskorte und 150 Radfahrern. Dort wurde das mutige Duo noch einmal jubelnd verabschiedet. Erst wenn sich der diesjährige Sommer allmählich dem Ende zuneigen wird und sich die ersten Blätter verfärben, werden sie wieder zurück in ihrer Heimatstadt sein. „Wir sind froh, dass wir die Stadtgrenze endlich verlassen können und unserem Ziel näherkommen. Ich habe schon Schlimmeres erlebt, als aufs Rad zu steigen“, sagt Sven Marx.

Im Januar traf sie der KURIER zum ersten Mal. Foto: Engelsmann

Das klingt fast ein wenig nüchtern und abgeklärt bei so einem unglaublichen Vorhaben: Mit dem Tandem von Berlin nach Tokio, warum? Das Ganze hat einen durchaus ernsthaften Hintergrund. Sven Marx und Jürgen Pansin wollen ein Zeichen für Inklusion setzen und die Inklusionsfackel, die sie feierlich vom Netzwerk Inklusion Deutschland während der Kundgebung am Antonplatz überreicht bekamen, bei der Eröffnungsfeier der Paralympics an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier persönlich übergeben.

Beide Männer teilen ein hartes Schicksal. Bei Marx diagnostizierten die Ärzte 2009 einen Hirntumor und erklärten ihn bereits für einen Pflegefall. Doch er kämpfte sich wider Erwarten zurück ins Leben. Sein Kompagnon Pansin erblindete schon als Kind an den Folgen einer Diphterie-Impfung. Ihr Handicap hindert sie jedoch nicht daran, mit dem Tandem durch sieben Länder der Welt, durch das Altai-Gebirge und die Wüste Gobi zu reisen. Die Kosten dafür betragen 15.000 Euro, 9000 Euro sind gesponsert.

Abschied: Sven  hält Ehefrau  Annett im Arm. Sechs Monate werden sie  getrennt sein. Foto: Engelsmann

Schon ein halbwegs gut durchtrainierter gesunder Mensch würde sich das Unterfangen wohl kaum zutrauen. „Wir sind gut gerüstet und mental fit“, sagt Marx dem  KURIER kurz vor seiner Abreise. Sonntag wollen sie Deutschland verlassen und die Grenze zu Polen überqueren. Sie haben nur einen Wunsch: „Gesund und wohl besonnen an ihr Ziel zu gelangen.“

Der Berliner KURIER wünscht viel Erfolg! Alle Infos unter sven-globetrotter.com