Der Bezirk Reinickendorf schließt die Spielplätze wie diesen an der Reginhardstraße. Foto: camcop media/Klug

Berlin- Die Senatsentscheidung vom Dienstag war eindeutig. Trotz Corona dürfen Spielplätze geöffnet bleiben. Dagegen meutern nun die Bezirke. Nach und nach lassen sie jetzt die Spielplätze in den Kiezen sperren.

Betreten verboten! Der Spielplatz in der Reinickendorfer Reginhardstraße ist verwaist. Keine Kindern tummeln sich mit ihren Eltern dort. Ein Hinweisschild des Bezirkes verbietet jetzt das Betreten des Areals. Auch Spandau, Mitte und Marzahn-Hellersdorf handeln entgegen der Senatserlaubnis.

Mit sofortiger Wirkung machten sie alle Spielplätze dicht – wie es auch die Leitlinien der Bundesregierung vorsehen. „Wir halten es für sehr riskant, die Plätze offen zu halten, da sie eine hohe Ansteckungsgefahr bieten“, sagt ein Sprecher des Bezirksamtes Mitte. Aus Marzahn-Hellersdorf hieß es, dass die „Maßnahme dem Wohl aller“ dient. Es gibt im Bezirk genug alternative Grünflächen, wo sich Eltern mit ihren Kindern aufhalten können. Lichtenbergs Bürgermeister Michael Grunst (Linke) hält eine Schließung der 133 Spielplätze im Bezirk für denkbar. „Wir bewerten die Lage täglich neu“, sagt er dem KURIER. Momentan sei  eine Sperrung nicht notwendig, „da die Plätze derzeit von der Öffentlichkeit eher gemieden werden“.

Krisenstab des Senats: Spielplatzbesuch auf eigene Gefahr

Wie der KURIER aus Senatskreisen erfuhr, wird der Alleingang der Bezirke inzwischen akzeptiert. Auch wenn das Land Berlin mit dem Offenhalten der Spielplätze  versuchen wollte, das Leben der Berliner wegen des Coronavirus nicht überall einzuschränken. Auf die Anfrage eines besorgten Pankowers, der es für „unverantwortlich“ hielt, dass Spielplätze nicht geschlossen werden,  erklärt der Krisenstab der Gesundheitsverwaltung: „Es steht jedem Bürger frei, Spielplätze zu besuchen und sich einer etwaigen Gefahr auszusetzen oder nicht.“

Laut Senat dürfen Zoo und Tierpark öffnen. Direktor Andreas Knieriem hatte aber vor der Entscheidung beide Einrichtungen bereits am Dienstag schließen lassen. „Der Senatsbeschluss hat uns überrascht. Dennoch wägen wir sorgfältig unser weiteres Vorgehen ab“, so eine Sprecherin. Bis dahin bleiben Zoo und Tierpark zu.