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(dpa/bb) Das Berliner Stadtmagazin «Zitty» wird nicht mehr erscheinen. Nach 43 Jahren werde ab sofort die Print-Ausgabe eingestellt, teilte Robert Rischke, Geschäftsführer der GCM Go City Media GmbH, auf Anfrage mit und verwies dabei auf einen Bericht des «Tagesspiegel» (Freitag) hin. Der Verlag bringt auch das Berliner Stadtmagazin «tip» heraus, das auf dem Markt bleiben soll.

Nach Informationen des Berliner Journalistenverbandes (DJV Berlin - Journalistenverband Berlin-Brandenburg) sind keine Kündigungen unter festangestellten Mitarbeitern geplant, die der gemeinsamen Redaktion von «Zitty» und «tip» angehören. Der Verlag werde aber an einigen Stellen auf freie Mitarbeiter verzichten, sagte Rischke dem «Tagesspiegel».

"Zitty" das erste Corona-Opfer in der Berliner Medienlandschaft

«"Zitty" ist das erste Opfer von Corona in der Berliner Medienlandschaft», sagte der Berliner DJV-Vorsitzende Christian Walther. Der Zusammenbruch des Kulturbetriebs, der Einbruch des Anzeigengeschäftes und das Desinteresse der Leser an einem gedruckten Veranstaltungskalender ohne Veranstaltungen haben der Illustrierten die Existenzgrundlage entzogen.

Rischke sagte, man habe alles versucht, um «Zitty» am Leben zu halten, der Antrag von Soforthilfen sei bis heute «nicht erfolgreich» gewesen. Dazu sagte DJV-Chef Walther, es sei «erklärungsbedürftig», dass Berlin dem Verlag bisher keine Soforthilfe gewährt habe.

«Zitty» wurde 1977 als alternative Publikation von einer Gruppe von 13 jungen und politisch interessierten Blattmachern als selbstverwalteter Betrieb gegründet. Zu den bekannten Rubriken gehörten die Kontaktanzeigen sowie die Satire-Seiten «Berliner Verallgemeinerte». In den 1990er Jahren wurden «Zitty» und «tip» von Großverlagen aufgekauft, aber die Auflage ging zurück. Der «tip» soll nach DJV-Informationen auch in gedruckter Form weitergeführt werden - im Sommer monatlich, ab September wieder 14-tägig. «Zitty» hatte eine Auflage von rund 14 000 Exemplaren(IVW 3. Quartal 2019).