Das erste Selfie am Strand: Dagmar und Hans-Joachim Stiebenz.
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Nach 46 Tagen durften Hans-Joachim (72) und Dagmar (70) Stiebenz zum ersten Mal wieder das Meer sehen. Der KURIER berichtete bereits über das Berliner Ehepaar, das in ihrem Rentnerdomizil in Cala Millor auf Mallorca während der Corona-Krise fest saß, weil es die Wohnung nicht verlassen durfte. Nun können sie endlich wieder stundenweise spazieren gehen.

Nur die allernotwendigsten Besorgungen

Sie sitzen an ihrem Lieblingsplatz auf einer Bank an der Strandpromenade und schauen auf das türkisblaue ruhige Wasser. „Es ist so ein unbeschreiblich schönes Gefühl, hier wieder zu sitzen zu können. Wir haben das so vermisst“, sagt Hans-Joachim Stiebenz.

46 Tage lang war es für Anwohner verboten, sich an der Strandpromenade aufzuhalten.
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46 Tage lang war es für Anwohner verboten, sich an der Strandpromenade aufzuhalten und wer sich nicht daran hielt, musste mit teuren Ordnungsstrafen der mallorquinischen Behörden rechnen. Seit Sonnabend sind die Ausgangssperren in Spanien gelockert. Vorher durfte das Ehepaar seine Dreizimmerwohnung in der Fußgängerzone in Cala Millor nur kurz zum Einkaufen, zur Apotheke und zum Arzt verlassen und das auch nur getrennt voneinander.

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Nun haben sie ein Stück Freiheit zurück gewonnen, allerdings mit weiteren Auflagen. „Wir dürfen ab sofort jeden Tag morgens von 10 bis 12 und abends 19 bis 20 Uhr nach draußen gehen“, sagt Hans-Joachim Stiebenz. Bewegen dürfen sie sich auch nur in einem Radius bis zu einem Kilometer. „Wir können nicht einfach eine Nachbargemeinde besuchen“, erklärt der Rentner.

Geöffnete Cafés ab dem 11. Mai

Die Berliner leben seit acht Jahren an der Ostküste Mallorcas. Während der Corona-Krise hatten sie mit viel härteren Ausgangsbeschränkungen zu kämpfen als in Deutschland, und konnten das Meer 46 Tage lang nur von ihrer Terrasse aus sehen. In einer Woche können sie wieder das erste Eis an der Strandpromenade genießen, denn ab 11. Mai dürfen die ersten Cafés eingeschränkt öffnen.

Doch jetzt wollen sie erst einmal den Blick aufs Meer genießen. Eine Stunde bleibt ihnen noch. Dann müssen sie zurück. „Wir freuen uns auf morgen. Dann machen wir eine kleine Fahrradtour zum Hafen nach Cala Bona“, sagt Hans-Joachim Stiebenz.