Die Paket-Flut: Immer mehr Leute bestellen online, sind aber nie zu Hause, wenn ihr Paket ankommt. Foto: dpa/Jan Woitas

Nicht alle Leute sind so nett, Pakete und Päckchen für Nachbarn anzunehmen. Der Paketdienst Hermes will die Hilfsbereitschaft deshalb jetzt mit Geld hervorlocken. Paket-Annehmer sollen eine Belohnung bekommen.

Hermes sucht nach Berlinern, die ihre Wohnung zu einem kleinem Paket-Lager machen würden. Diese „Paketfüxxe“ sollen im Rahmen eines Pilotprojekts eine Vergütung erhalten, wenn sie regelmäßig Sendungen annehmen. Laut Hermes gibt es 30 Cent pro Paket – unabhängig davon, welcher Zustelldienst das Päckchen liefert.

Damit will Hermes die für Boten stressige und oft sogar unmögliche Paket-Zustellung vereinfachen. Hintergrund: Einerseits sind viele Empfänger tagsüber nie zu Hause, andererseits steigen die Paketmengen ständig. Hermes will jetzt Erfahrungswerte darüber sammeln, ob sich „eine neue Form kundenfreundlicher Konsolidierungspunkte“ schaffen lässt.

Eine Alternative im Checkout-Prozess?

In Nürnberg, der ersten Teststadt, ist die Resonanz so gut, dass der Service jetzt auf Berlin ausgeweitet wird – und auch auf Leipzig und Dresden. Das Ganze habe, so Hermes, hoffentlich auch den Vorteil, dass die Paketboten nicht mehr so oft hin- und herfahren müssen. Bisher sind sehr häufig mehrere Zustellversuche nötig, bevor endlich jemand ein Paket annimmt. Würden in Zukunft viele Fahrten wegfallen, könnte sich das entlastend auf die Verkehrssituation auswirken und CO2-Emissionen einsparen.

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Zielgruppe des „Paketfuxx“-Pilotprojekts sind Leute, die tagsüber regelmäßig zu Hause sind und Interesse an einem „zusätzlichen Einnahmefluss“ haben. Paket-Empfänger sollen dabei direkt bei einer Online-Bestellung einen „Paketfuxx“ als Lieferadresse angeben können. Hermes hält es für denkbar, die Nutzung des Service auch anderen Zustellern oder Online-Händlern anzubieten, wenn der Aufbau eines entsprechenden Netzwerks glückt.

Dennis Kollmann von Hermes drückt es Neudeutsch aus: „Wir möchten mit dem Paketfuxx-Service eine ernstzunehmende Alternative im Checkout-Prozess der Onlinehändler werden.“ Wer nun selbst überlegt, unter die Paket-Annehmer zu gehen, kann sich auf der Website des Projekts informieren und dort eine Anfrage absenden: www.paketfuxx.de