Katharina Mahrt (32) aus Neukölln ist im Bündnis „Kitakrise“ aktiv. Foto: „Kitakrise“, privat 

Die Kitas sollen erst im August wieder öffnen, aber bei vielen Eltern ist das Limit erreicht. Sie müssen Homeoffice und Betreuung zusammenbringen. „Es geht einfach nicht und ich bin am Rande meiner Kräfte“, sagt Mutter Katharina Mahrt (32) aus Neukölln. Sie ist im Bündnis „Kitakrise“ engagiert und weiß, dass bei einigen Eltern auch das Geld knapp wird. Per Online-Petition fordert sie Soforthilfe für Eltern mit Kindern: 1000 Euro im Monat.

Petition fordert 1000 Euro Soforthilfe für Eltern

Ihre Petition hat in noch nicht einmal 48 Stunden 15.000 Unterschriften erreicht. Sehr viel Zustimmung also.   Enttäuschung über die Corona-Lockerungen, die am Mittwochabend verkündigt wurden, haben Katharina Mahrt zu diesem Schritt veranlasst.

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„Die Familien wurden   nur am Rand erwähnt. Ich bin wütend auf Merkel“, sagt sie dem KURIER. Dabei findet sie die harten Corona-Regeln im Sinne der Gesundheit eigentlich sinnvoll. Dass die Kitas zu sind, sei gut und nachvollziehbar. Doch niemand überlege, wie es den Eltern gehe, klagt sie. Die Bundesregierung habe sich von dem Expertengremium der Akademie Leopoldina beraten lassen. „Das waren alte, weiße Männer, die von Kleinkindbetreuung wenig verstehen“, so Mahrt.

Mit den 1000 Euro könnten gestresste Familien einen Babysitter organisieren oder im Job einen Gang zurückschalten, so die Neuköllnerin. Für Alleinerziehende seien 1500 Euro sinnvoll, meint sie und hat gute Gründe.

Mahrt: „Sie brauchen jetzt Entlastung“

Die 32-Jährige kennt alleinerziehende Mütter aus Berlin, die selbstständig arbeiten und denen jetzt die Auftraggeber wegbrechen. Sie kennt Eltern, die um 5 Uhr morgens aufstehen und erst nachts ins Bett kommen. „Sie brauchen jetzt Entlastung“, so Katharina Mahrt.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) unterstützt ihre Idee. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat am Freitag angekündigt, ab Mai bundesweit mehr Kita-Kinder in die Notbetreuung aufzunehmen.