Für Berliner Architekten ist das Jahn-Stadion eine „historisch einmalige“ Arena. Foto:  imago-images/Sonntag

Berlin - Jetzt kämpfen Berlins Architekten um das Jahn-Stadion. Ihre Verbände fordern in einer gemeinsamen Erklärung den Senat auf: „Die Abrissplanungen zum Stadion sind sofort zu stoppen.“

Ihre „starken Bedenken“ zum Abriss schickten der Bund der Architekten (BDA) und der Bund der Landschaftsarchitekten (BDLA) an die Senatsverwaltungen für Sport, Bau und Umwelt, sowie an das Bezirksamt Pankow. Die Verbände  wehren sich darin generell gegen den Umbau des Jahn-Sportparkes (160 Millionen Euro), den die Sportverwaltung bis 2023 plant. 

Das gesamte Areal „ist eine historisch einmalige Anlage von Stadion, denkmalgeschützter Hinterland-Mauer und Tribüne für Karaoke-Events im Mauerpark“, sagt BDLA-Landeschef Eike Richter. „Dies alles muss behutsam saniert und nicht brachial umgestaltet werden!“ So eine Sport- und Freizeitlandschaft gebe es in Deutschland kein zweites Mal, so Richter.

Die Architekten kritisieren, dass der Stadion-Abriss vom Senat nicht stichhaltig begründet wurde. In der Tat stützt sich die Sportverwaltung bisher auf eine Machbarkeitsstudie von 2014,  die aufgrund des schlechten Zustandes der Arena einen Neubau favorisiert. Erst jetzt will die Behörde von Senator Andreas Geisel (SPD) bis Ende Juli ein Gesamtkonzept für den Umbau vorlegen. Es soll aber weiter am Stadion-Abriss festhalten, der im Winter starten soll.

Dieser Umgang mit dem Stadion sei nicht angemessen, heißt es in der Architekten-Erklärung. „Berlin hat Besseres verdient“, sagt Julia Dahlhaus, Landeschefin des Bundes der Architekten. „Der Senat ist gut beraten, eine ernsthafte, vorgezogene Bürgerbeteiligung unter Einbeziehung der Stadion-Thematik durchzuführen und in einem ergebnisoffenen Wettbewerb Konzepte für diesen  Ort entwerfen zu lassen.“

Die Pankower Anwohner-Initiative „Bürger Jahnsportpark“ kämpft gerade mit einer Petition für den Erhalt der Arena.  Mit dabei: „Russendisko“-Autor Wladimir Kaminer. „Einst direkt an der Grenze der geteilten Stadt gebaut, hat das alte Jahn-Stadion bis heute seinen Ost-Charme über Jahrzehnte erhalten“, schrieb er auf Facebook. Ein Neues sollte man erst bauen, „wenn man es denn wirklich braucht“.