Die Anwohner auf dem Balkon in der Wilhelm-Guddorf-Straße. Sie haben Unterschriften gegen den Lärm gesammelt. Von links: Christa Grudner (83), Suse Loeffler(56), Dirk- Toralf Bräuer (51) und Sabine Weiß. Foto: camcop media / Andreas Klug

Wegen wummernden Techno-Bässen können sie seit Jahren schlecht schlafen, sagen sie. Sie fühlen sich gestört vom Party-Volk, das im Freien uriniere, öffentlich Sex habe oder Drogen nehme. Mehrere Anwohner wehren sich gegen drei Technoclubs im Wiesenweg. Sie behaupten: Anzeigen bei der Polizei oder Klagen beim Bezirk hätten nichts gebracht.

Es sei ungefähr so, als ob in der Wohnung einer ständig gegen die Wand klopft, erklärt Suse Loeffler (56). „Im Sommer hören wir die Technobässe fast rund um die Uhr, weil nur gefeiert wird“, klagt sie. Im Winter werden die Partys weniger, der Lärm bleibe.

Von ihrem Balkon in der Wilhelm-Guddorf-Straße kann sie die drei Clubs sehen: Das „Polygon“, das „Kili“ und das „Void“ liegen knapp 200 Meter entfernt. Wegen Depressionen und körperlicher Leiden ist Suse Loeffler schon in Frührente. „Einige Symptome haben sich durch den Lärm verschlimmert“, erklärt sie.

Streit mit den Clubs schon seit 2015

Ähnlich sieht es ihr Nachbar Dirk-Toralf Bräuer (51) aus dem Kietzer Weg. Er, nach eigenen Angaben Bezieher von SED-Opferrente, bekomme von den Bässen Angst-Attacken. Sabine Weiß ist Geschäftsführerin von „Synergetik“. Der Verein bietet Wohnmöglichkeiten für suchtkranke Menschen an. „Den Bewohnern ist der Technolärm entweder egal oder sie haben aufgegeben, sich zu beschweren“, sagt sie.

Der Streit mit den Clubs geht schon seit 2015. Die Fronten sind leider verhärtet. Suse Loeffler hat alle Beschwerdebriefe und Anzeigen bei der Polizei aufgehoben. Ein irres Zeugnis, wie Ordnungsamt, Polizei und Bauamt des Bezirks sich den Fall zuschieben.

Die zuständige Stadträtin Birgit Monteiro (SPD) sagt dem KURIER, das ganze Gebiet sei ungeplant, als Gewerbe vermerkt und ohnehin laut. Senat und Bezirk hätten die Entwicklung in der Vergangenheit kaum gesteuert.

Der Club-Betreiber des „Kili“ sagt hingegen, ihm würde eine Genehmigung des Bezirks vorliegen. Er klagt über Rassismus: „Ich bekomme die Beschwerden nur, weil ich aus dem Sudan stamme! Ich habe mir einen Anwalt genommen.“